Semifinale 1: Ein bischen Schwund gibts immer!

Das erste Mal im Jahr die Eurovisionshymne zu hören gibt immer etwas Gänsehaut und so war es auch gestern wieder. Ein paar kleinere Probleme gab es auch, oder warum wurde, sobald die Kamera in der Totale war, der Ton etwas leiser? Die Einspieler waren relativ unlustig. Tiere, die Wien erkunden? Johnny Logan ist der Niki Lauda des Eurovision? Äh ja klar, dass man da nicht früher drauf gekommen ist. Die Bekleidung der Moderatorinnen, allen voran Arabella Kiesbauer in einem grünen gerafften, auf einer Seite schulterfreiem und tief dekolltiertem Etwas, Mirjam Weichselbraun mit Hosen und taillierten Sakko (nennt man das so?) und Alice Tumler die laut Prinzblog aussah wie ein etwas zu groß geratener Weihnachtsengel, war relativ speziell. Dafür glänzten alle drei mit Fremdsprachenkenntnissen und moderierten den Cotnest ganz nostalgisch in englisch und französisch. Conchita übernahm Zwischenmoderationen und das machte sie wirklich gut und auch Ihre Performance zum Start des Halbfinals wirkte sehr professionell.

https://www.youtube.com/watch?v=d-kkobfnVPY

Aber nun zu den Auftritten:

1. Moldawien: Eduard Romanyuta – I Want Your Love

Der Auftritt war im großen und ganzen OK obwohl Eduard manchmal etwas die Puste ausging. Genau das war wohl auch das Problem bei seinem Startplatz. Alle Zuschauer sind noch nicht in einen Dämmerschlaf verfallen aufgrund des ruhigeren Abends und anstatt sich über die flotte Uptemponummer mit Retrocharme zu freuen, wurde er abgestraft und kam nicht ins Finale. Schade eigentlich. Die Tänzer waren auf jeden Fall der Hingucker des Abends und meinetwegen hätten sie ruhig noch einmal im Finale antreten dürfen.
Mein Tipp: Qualifiziert hat sich leider nicht bewahrheitet. 0:1
Auch die statistische Prognose ist nicht eingetroffen. 0:1

2. Armenien: Geneology – Face the Shadow

Ich hatte wenig Zweifel, daß sich das Musikmonster aus Armenien qualifiziert. Ich muß zwar trotz des ernsten Themas (Genozid an den Armeniern vor 100 Jahren) immer an ein Musical Song von Disney denken, aber vielleicht geht das auch nur mir so. Die SängerInnen legten im Vergleich zur Studioversion noch eine Schippe drauf und trällerten in höchsten Tönen um die Wette, was den gesamten Beitrag etwas anstrengend machte.
Mein Tipp: 1:1
Statistik: 1:1

3. Belgien: Loïc Nottet – Rhythm Inside

Der Auftritt war im großen und ganzen recht stimmig und passte gut zu dem etwas experimentellen aber großartigen Song. 5 weiß gekleidete TänzerInnen/SängerInnen und Loïc ganz in schwarz bildeten einen guten Kontrast. Die komischen Gesichtsverrenkungen fand ich allerdings speziell und hätte nicht unbedingt in Großaufnahme über den Bildschirm flimmern müssen. Die Moderatorinnen machten es am Ende spannend und zogen Belgien als letzten Qualifikanten, wobei ich eigentlich Weißrussland erwartete und ganz überrascht war, daß Belgien ja auch noch nicht qualifiziert war.
Mein Tipp: 2:1
Statistik: 1:2

4. Niederlande: Trijntje Oosterhuis – Walk Along

Vergeblich erwartete ich das offenherzige Kleid aus der ersten Probe. Gegensätzlicher konnte aber die Aufmachung nicht sein: ein Ballonartiger Hosenanzug.
Ein passender Twitter-Kommentar wie ich finde:

Marcus – The Keeper @NerdZoneBlog
#NED ist wohl mit dem Wing-Suit eingeflogen und hatte keine Zeit mehr für einen Kostümwechsel. #ESC

Wie dem auch sei, hatten es die Niederlande in diesem Jahr schwer und wahrscheinlich hätte da auch die Kleiderwahl keine Abhilfe geschaffen.
Mein Tipp: 3:1
Statistik: 2:2

5. Finnland: Pertti Kurikan Nimipäivät – Aina mun pitää

Man kann eigentlich nicht mehr viel über den Beitrag sagen. Der kürzeste in der ESC-Geschichte. Der Auftritt war wie immer und ich muß ganz offensiv sagen: Ich bin froh daß sich der Beitrag nicht qualifiziert hat. Obwohl Kritiker jetzt äußern könnten daß es mutig war von Finnland diesen Beitrag zu schicken und dem stimme ich auch völlig zu. Allerdings muß ich ihn genau aus diesem Grund nicht im Finale sehen. Jetzt mal ehrlich wieviele Länder würden sich dann ein Beispiel daran nehmen und im nächsten Jahr etwas ähnliches schicken? Vielleicht keine, vielleicht aber auch einige. Immerhind sind wir in einem Soncontest und da sollte ein Song auch als solcher zu erkennen sein.
Mein Tipp: 4:1
Statistik: 3:2

6. Griechenland: Maria Elena Kyriakou – One Last Breath

Schöner Song toller Auftritt, Windmaschine, langes vorne offenes Kleid (Hier war Maria Elena etwas mutiger als die Niederländerin). Nach dem Krach des Vorgängersongs wieder ein ruhigerer kraftvoller Song. Griechenland hat sich hiermit seine Quote gesichert und qualifizierte sich seit 2008 in jedem Halbfinale fürs Finale. Dort wird es allerdings schwer einen vorderen Platz zu erreichen.
Mein Tipp: 5:1
Statistik: 4:2

7. Estland: Elina Born & Stig Rästa – Goodbye to Yesterday

Die Mitfavoriten auf den ESC-sieg wirkten auf mich trotz Farbinszenierung eher farblos. Der Song ist nach wie vor gut, aber er kam einfach nicht so wirklich gut rüber. Hier wird im Finale vieles davon abhängen welche Titel um sie herum gespielt werden. Die langen Schatten und Skyline wirkten sehr stylisch aber auch etwas klischeehaft. Der Gesang ist ausbaufähig aber das wußte man ja vorher schon. Etwas merkwürdig fand ich, daß Stig tatsächlich am ende die Bühne verlässt.
Mein Tipp: 6:1
Statistik: 4:3

8. Mazedonien: Daniel Kajmakoski – Autumn Leaves

Zum ESC-Auftritt holte sich Daniel Verstärkung durch MERJ, das sind die übrig gebliebenen Mitglieder von Blackstreet (No Diggity). Das war dann auch dringend nötig, da der Live Gesang mitunter etwas schwierig war. Die drei machten im Background den Song deutlich souliger als in der Studioversion. All das half allerdings nicht und so muß der in Wien lebende Mazedonier die nicht allzu weite Heimreise antreten. Mir persönlich gefällt die Studioversion des Songs sehr gut!
Mein Tipp: 7:1
Statistik: 5:3

9. Serbien: Bojana Stamenov – Beauty never lies

Von Serbien hatten ja viele erwartet, daß sie nicht weiterkommen aber nach 3 langsamen Titeln in Folge war der Song dann doch ziemlich auffällig. Die bühnenshow war so lala. Ich bin mir nicht sicher ob es nicht zu sehr gewollt ist. Ich finde es OK dass sie es ins Finale geschafft haben aber wäre auch nicht traurig wenn es stattdessen Weißrussland geschafft hätte.
Mein Tipp: 8:1
Statistik: 6:3

10. Ungarn: Boggie – Wars for Nothing

Warum dieser Song weitergekommen ist, ist mir dann doch ein Rätsel. Total langweilig. Allerdings kommen solche Songs mit einer Botschaft gerne mal weiter. Man muß ja ehrlich zugeben, daß die Inszenierung sehr schön gewählt war, vielleicht auch ein Grund, sowas bleibt im Gedächtnis.
Mein Tipp: 8:2
Statistik: 7:3

11. Weißrussland: Uzari & Maimuna – Time

Tja, ähnlich wie im Vorjahr Israel konnte sich einer meiner Lieblingssongs in diesem Jahr leider nicht qualifizieren, was ich nicht wirklich verstehen kann. Gut ich habe auch nicht abgestimmt aber das mache ich generell erst im Finale. Uzari hat seinen Gesang stetig verbessert und der Song ist von einem etwas nervigem AhAh zu einem anhörlichen Popsong geworden. Sehr Schade, im Finale hätte es bestimmt für die Top15 gereicht. Laut Statistik hatten die Weißrussen allerdings keine Chance auf die Quali.
Mein Tipp: 8:3
Statistik: 8:3

12. Russland: Polina Gagarina – A Million Voices

Nunja Russland kann wahrscheinlich einen stummen SängerIn schicken und sie qualifizieren sich fürs Finale. Dieser Song ist aber, das muß man neidlos anerkennen, sehr gelungen und vor allem sehr gut inszeniert mit einer tollen Sängerin. Auf jeden Fall wird sich Polina am Samstag sehr weit vorne positionieren, und das zu Recht.
Mein Tipp: 9:3
Statistik: 9:3

13. Dänemark: Anti Social Media – The Way You Are

Der Song war schön inszeniert, das war aber schon alles. Die schlechteste gesangliche Leistung nach Mazedonien kam berechtigt nicht ins Finale und konnte damit seine 100% Qualifikationsquote seit 2008 nicht beibehalten. Nun wird Dänemark endlich mal bestraft für die vielen öden Songs die wir in den letzten Jahren, außer natürlich Teardrops, zu hören bekommen haben.
Mein Tipp: 10:3
Statistik: 9:4

14. Albanien: Elhaida Dani – I’m Alive

Hier haben wir einen schönen vor sich hin plätschernden Song, der nicht wehtut und den man sich gut anhören kann. Auch nach dem mehr oder weniger versemmelten Beitrag von Dänemark klingt dieser wieder wohltuender in den Ohren. Das war wahrscheinlich der Grund warum Albanien weiterkam. Ich höre den Song sehr gerne in meiner Playlist aber er hätte nicht unbedingt weiterkommen müssen.
Mein Tipp: 10:4
Statistik: 10:4

15. Rumänien: Voltaj – De la capăt (All over Again)

Während des ersten Teils des Auftritts dachte ich immer: Was hat der denn da für eine Glitzerbrosche anhängen. Beim zweiten Teil: Oh wären sie mal bei der Landessprache geblieben anstatt in dem weitgehend unverständlichem Englisch zu bleiben. Der Song ist schön aber auch nicht mehr.
Mein Tipp: 11:4
Statistik: 11:4

16. Georgien: Nina Sublatti – Warrior

Ein krönender Abschluß im ersten Halbfinale lieferte Georgien mit einer tollen Performance. Nina stand ganz alleine auf der Bühne und schaffte es trotzdem das Publikum einzufangen. Völlig zu Recht kam sie ins Finale und obwohl ich das auch vorher getippt hatte, war ich dann doch positiv überrascht, zumal ich mir nicht die komplette Proben angeschaut hatte sondern nur die ersten Rehearsals.
Mein Tipp: 12:4
Statistik: 12:4

Wie man bei den Ergebnissen sehen kann lag die Statistik mit 8 richtig getippten Finalisten genau gleich mit meinem Tipp. Während bei mir Weißrussland und Moldawien nicht weiterkamen sind es in der Statistik Belgien und Estland. Morgen gehts weiter mit dem zweiten und gesamt stärkeren Semi.

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