Melodi Grand Prix 2020 – Sørlandet

Gestern hat der Norwegische Sender seine Teilnehmer fürs erste Halbfinale des Melodi Grand Prix 2020 bekannt gegeben. Man lehnt sich wohl nicht zu weit aus dem Fenster, wenn man voraussagt dass der große Wurf noch nicht dabei ist. Der Modus sieht wie folgt aus: es wird zwei Duelle geben, im ersten tritt Kim gegen Raylee an und im zweiten batteln sich Geirmund gegen Lisa. Die jeweiligen Sieger treten in einem Superfinale gegeneinander an und der Sieger hat die Qualifikation neben den 5 bereits fürs Finale gesetzten Acts sicher. Das wiederholt sich Woche für Woche in allen 5 NorwegischenRegionen bis wir ein komplettes Finalfeld von 10 Teilnehmern haben, von denen dann am 15. Februar der Sieger das Ticket für Stockholm löst.

DuellStartnr.InterpretTitelZuschauerstimmen (App + Online-Voting) 
Stimmen%
11Kim RysstadRainbow
2RayleeWild
21GeirmundCome Alive
2Lisa BørudTalking About Us

Rainbow fängt ganz vielversprechend an, wird dann aber im Refrain nur 2010er Stangenware. Hier hätte ich mir mehr Mut gewünscht. Der Interpret Kim Rysstad nahm bereits 2012 beim Melodi Grand Prix teil, schied aber vorzeitig im ersten Halbfinale aus.

Eine alte Bekannte zeigt sich bei Wild für die Komposition verantwortlich. Mit gleich zwei Titeln in diesem Halbfinale des Melodi Grand Prix versucht Laurell Barker, die sich bereits für ganze drei Kompositionen beim letztjährigen ESC verantwortlich zeigte (DE, AUT und GB) ihren Erfolg zu wiederholen. Zusammen mit Andreas „Stone“ Johansson der ebenfalls im vergangenen Jahr mit Jon Lundviks Too Late for Love einen Titel im Rennen hatte und 2017 beim Melodifestivalen mit dem Titel Running with Lions von Alice vertreten war, und, darfs ein bischen mehr sein, Anderz Wrethov seineszeichen verantwortlich für den 3. Platz von Aserbaidschans Always von Arash und Aysel (2009) und den zweiten für Zypern durch Fuego von Eleni Foureira (2018). Außerdem brachte er es bereits auf 18 Einreichungen beim Melodifestivalen. Was sollte denn da schiefgehen? Nunja, irgendwie alles. Ich finde ja solche Fuego-esquen Songs sind schwer zu bewerten. Zu Beginn der Saison 2018 fand ich Fuego auch total billig. So geht es mir hier auch. Allerdings könnte ich mir auch hier vorstellen dass der Song bei einem passenden Auftritt ebenfalls zu Euphorieexplosionen führen könnte, wenngleich er sicherlich nicht die Qualität des Vorgängers hat. Auf jeden Fall wird hier von Seiten der Komponisten eher geklotzt als gekleckert. Achja gesungen wird er von Raylee Charlotte «Lotta» Kristiansen die bereits 2015 am Melodi Grang Prix teilnehmen konnte.

Den innovativsten Song gibts hier von Geirmund (Hansen), der nach 2 Minuten allerdings etwas anfängt zu langweilen. Schade eigentlich. Auch hier hätte man viel mehr draus machen können.

Puh, über den Song von Lisa Børud brauchen wir uns gar nicht auszulassen. Das ist Ausschussware ebenfalls von Laurell Barker und ebenfalls Anderz Wrethov die hier den Titel zusammen mit Jimmy Jansson zu verantworten haben. Letzterem werden wir noch mit 6 Kompositionen im schwedischen Mello 2020 begegnen. Vierte im Bunde ist die eher unbekannte Mala Wright. Die Sängerin tanzte schon 2018 durch Alexander Rybaks Song, fiel aber weitgehend bisher nicht durch singen auf.

Was soll man zu solchen Kompositionen sagen? 2 Songs von Laurell Barker und Anderz Wrethov von denen Wild der klar bessere ist und zwei Jungs, deren Songs kaum aus dem Quark kommen und bestenfalls als Musikbegleitung beim Arbeiten geeignet sind. Versteht mich nicht falsch, ich werde mir zumindest 3 der Songs in meine Jahresplaylist aufnehmen, allerdings für den Song Contest ist es mir hier zu seicht. Das wird sicher noch besser werden.

Als Intervall Act wird der bereits fürs Finale qualifizierte Sondrey mit Take My Time zu sehen sein. Sein Song wurde wie der von Geirmund Hansen auch von Eric Lumiere mitkomponiert. Die Einflusse von The Weeknd sind bei dem souligen Titel kaum zu überhören. Ob das so etwas für die breite Masse beim Melodi Grand Prix oder gar beim ESC ist, muss sich erst noch zeigen.

Meine Prognose für die Duelle wäre Wild gewinnt gegen Rainbow und Come Alive gegen Talking about us. Am Ende wird Raylee mit Wild ins Finalen einziehen. Allerdings darf man hier den Auftritt nicht unterschätzen. Sollte Sie auf der Bühne nicht abliefern, könnte alles zugunsten von Rainbow oder Come Alive kippen, die beide für mich die zweitbesten Songs sind. Talking about us müsste mit Abstand weit hinten landen.

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