Das Große ESC Voting 2019

Auch in diesem Jahr gibt es mal wieder ein User Voting. Es sind zwar noch zwei Wochen bis alle Songs feststehen aber ich würde mich freuen, wenn ihr schon eure Stimmen abgebt.

Spotify Playlisten der ESCs

Hier findet ihr die aktuelle Spotify Playlist für den ESC 2019. Die Playlists der vergangenen Jahre findet ihr in der Headernavigation.

Buchmacher Tipps

Es ist immer wieder spannend die Buchmacher Tipps zu verfolgen. In der Regle liegen sie zumindest was den ersten Platz betrifft immer ganz nahe dran und spätestens am Tag des Contest in 8 von 10 Fällen richtig.

Vorschau auf den Eurovision Song Contest 2021

Mit der Absage des Eurovision Song Contests 2020 konnte man ja in diesem Jahr schon sehr früh rechnen. Wir hatten aber dennoch die Hoffnung dass auf die eine oder andere Weise ein Weg gefunden wird ihn in abgespeckter Form doch abhalten zu können. Mit ihrem Statement hat die EBU diese Hoffnung aber zunichte gemacht. In dieser Vorschau möchte ich mal durchspielen wie das im kommenden Jahr aussehen könnte. Schon direkt danach begannen einzelne Länder ihre aktuellen Kandidaten fürs kommende Jahr direkt zu nominieren. Das mag vielleicht eine logische Konsequenz sein, für mich war es nicht die beste Entscheidung. Die Interpreten werden immer mit dem zur Zeit aktuellen Song verglichen werden. Es heißt dann immer: der Song im vergangenen Jahr war aber besser, oder umgekehrt, schlechter.

Zusätzlich kommt noch hinzu, dass die Vorentscheide in den betroffenen Ländern weitestgehend ausfallen werden, was dann für einige Länder sicher ein schmerzhafter Verlust wäre. Für die immer intern auswählenden Länder ist das die einfachste Möglichkeit. Schweden würde niemals die Mamas direkt nominieren da hier die Geldmaschine Melodifestivalen keinen direkten Mehrwert mehr hätte. So kann man sich ungefähr vorstellen was kommen wird. Ich versuche mich mal daran eine Liste zu erstellen wie es nächstes Jahr aussehen könnte.

Bereits für das nächste Jahr bestätigte Interpreten:

Aserbaidschan – Efendi
Belgien – Hooverphonic
Bulgarien – Viktoria
Georgien  – Tornike Kipiani
Griechenland – Stefania
Israel – Iden Alene
Niederlande – Jeangu Macrooy
Schweiz – Gjon’s Tears
Spanien – Blas Canto
Ukraine – Go_A

Vorschau auf die Interpreten, die vermutlich im kommenden Jahr mit dabei sind

Deutschland – Ben Dolic
Frankreich – Tom Leeb
Irland – Lesley Roy
Malta – Destiny
Nordmazedonien – Vasil
Österreich – Vincent Bueno
Rumänien – Roxen
Russland – Little Big
San Marino – Senhit
Tcheschien – Benny Cristo
UK – James Newman
Zypern – Sandro

Die anderen Künstler sehe ich eher nicht als direkt qualifiziert an. Viele werden sicher einen sicheren Startplatz im Vorentscheid bekommen, so z.B. bei Schweden, Estland, Norwegen, Island. Andere Länder würden sich keinen gefallen tun ihre diesjährigen Interpreten erneut zu schicken. So z.B. Armenien, Dänemark, Finnland, Lettland oder Portugal. Wir werden gespannt sein, wie es weitergeht.

Absage wegen Corona!

Leider wurde soeben bekannt gegeben was wir alle schon befürchtet hatten. Der Eurovision Song Contest 2020 ist offiziell abgesagt! Leider konnte unsere Hoffnungen auf Streams oder ähnlichen alternativen Übertragungswegen nicht erfüllt werden. Im Moment kann man noch nicht sagen, ob die bereits ausgewählten Songs im kommenden Jahr dann berücksichtigt werden. Gespräche mit Rotterdam für eine Austragung 2021 finden bereits statt.

Das offizielle Statement seitens der EBU:

It is with deep regret that we have to announce the cancellation of the Eurovision Song Contest 2020 in Rotterdam.

Over the past few weeks, we have explored many alternative options to allow the Eurovision Song Contest to go ahead.

However, the uncertainty created by the spread of COVID-19 throughout Europe – and the restrictions put in place by the governments of the participating broadcasters and the Dutch authorities – means the European Broadcasting Union (EBU) has taken the difficult decision to not continue with the live event as planned. The health of artists, staff, fans and visitors, as well as the situation in the Netherlands, Europe and the world, is at the heart of this decision.

We are very proud that the Eurovision Song Contest has united audiences every year, without interruption, for the past 64 years and we, like the millions of you around the world, are extremely saddened that it can not take place in May.

Jan Ola Sand hätte sich in seinem letzten Eurovisionsjahr sicherlich auch einen besseren Abschied gewünscht. Auch er gab ein Statement ab:

We are very proud of the Eurovision Song Contest, that for 64 years has united people all around Europe. And we are deeply disappointed about this situation. The EBU, together with the Host Broadcaster NPO, NOS, AVROTROS and the City of Rotterdam will continue to talk to see if it’s possible to stage the Eurovision Song Contest in Rotterdam in 2021. I would like to thank everyone who has been involved in the process of staging a great Eurovision Song Contest this year. Unfortunately, that was not possible due to factors beyond our control. We regret this situation very much, but I can promise you: the Eurovision Song Contest will come back stronger than ever.

Und auch Shula Rijxman, ihreszeichen Vorstandsvorsitzende des niederländischen öffentlich-rechtlichen Rundfunks NPO meldete sich zu Wort:

This decision by the EBU was inevitable, given the circumstances currently affecting all of Europe as a result of the coronavirus and all the measures that governments must now take. This is a big disappointment for the Dutch audience, the fantastic team behind the scenes, the presenters and the artists. In recent months, a large group of people have worked hard on the Song Contest. We thank them for their great commitment and regret that the results of the efforts will not be visible in the short term. We would particularly like to mention the municipality of Rotterdam, which has proven itself as the ideal partner in this project in the past year. This edition was an excellent opportunity to understand each other differently in a period of uncertainty in Europe, but above all an opportunity to really bring Europe together. Music is universally binding and – I am sure – it will stay that way. Even after this corona crisis.

Schade, ich hätte mir sehr gewünscht dass man den Contest auf andere Weise trotzdem stattfinden lässt. So hätten zum Beispiel die einzelnen Länder live zugeschaltet werden können um aufzutreten. Wahrscheinlich ist so etwas nur wunschdenken, da längst nicht alle eine stabile Infrastruktur besitzen, wie man bei diversen ruckelnden Vorentscheiden sehr gut erkennen kann.

Melodifestivalen 2020: Knappes Höschen

Man muss ja ehrlich zugeben, dass das Melodifestivalen 2020 nicht das Beste in den vergangenen Jahren war. Schnell zeichneten sich Dotter, The Mamas und Anna Bergendahl als Favoriten ab. Weiter Finalteilnehmer warne unter anderem Robin Bengtsson, der bereits 2017 für Schweden beim Eurovision song Contest am Start war.  Der im vergangenen Jahr für Estland startende Victor Crone probierte es in diesem Jahr auch mal wieder in Schweden. Das erste Mal seit 2015. Leider hatte Mariette keinen Siegersong im Gegensatz zu ihren tollen Songs 2015 und 2017. Was in Deutschland unmöglich wäre, ist In Schweden an der Tagesordnung. Denn hier sind fast alle Interpreten Wiedeholungstäter. Auch Hanna Ferm, Mohombi und Anis Don Demina (alle 2019), Felix Sandmann (2018), Mendez (2002, 2003 und 2018). Einzig Paul Rey is ein Neuzugang 2020.

Mit dem Song der Mamas konnte ich herzlich wenig anfangen. Sie sind ja ganz sympathisch und schaffen es das Publikum zu begeistern. Aber der Song ist nicht Fisch, nicht Fleisch. Er will ein schwedischer Popsong mit Gospelelementen sein, dafür wirkt er leider deutlich seichter als John Lungviks Song im vergangenen Jahr, der ein Ähnliches Konzept hatte. Als Background Sängerinnen konnten sie 2019 ihre stimmliche Vielfalt deutlich mehr zur Geltung bringen. Die Komponistin Melanie Wehbe zeichnete sich auch für Leonoras Love is Forever im vergangenen Jahr verantwortlich. Mikomponisten Patrik Jean hatte in diesem Jahr einen Titel beim Dansk Melodi Grand Prix im Rennen und Herman Gardarfve produzierte Stones von ZIBBZ.

Dotter brachte und den vielleicht besten Song im diesjährigen Teilnehmerfeld dar Ich sage bewusst in diesem Teilnehmerfeld, da in anderen Jahren der Songs bestenfalls ein Fülltitel gewesen wäre. Ich persönlich habe durchaus gefallen daran gefunden aber beim ersten Mal hören im Halbfinale hätte ich nie gedacht, dass er Zweiter werden würde. Die Bühnenshow selbst mi dem schwarzen Outfit und den roten Lasern war schön ein Hingucker allerdings wirkte alles etwas leer.

Der andere Song im Melodifestivalen 2020, dem ich de Sieg gegönnt hätte, wäre Kingdom Come von Anna Bergendahl gewesen. Nicht unbdingt ihr bester Song. Ashes to Ashes war deutlich besser. Thomas G:son muss man nicht mögen aber er versteht es passende Songs für die Interpreten zu finde. De leichte Country Einfluss gefällt mir zusammen mit ihrer Stimme äußerst gut. Der Auftritt mit den Tänzern spricht für sich. Diese hätte aber etwas kleiner sein können. Dann hätte Anna nicht etwas verloren gewirkt als sie richtig losgelegt haben.

Bei der Entscheidung gab es eine Überraschung: die Jury wählte Dotter und die Mamas punktgleich auf den ersten Platz und lies somit die Televoter Entscheidung treffen. Diese konnten sich auch nicht so richtig entscheiden und so gewannen die Mamas mit nur einem Punkt Vorsprung. Da tradizionell in Schweden relativ viele Leute anrufen, waren das mit knapp 120.000 Stimmen doch eine Menge. Im Nachbarland Norwegen waren es ingsesamt im Superfinale nur knapp 400.000 Stimmen, beim Mello 12,5 Millionen.

PlatzStartnr.InterpretLied
Musik (M) und Text (T)
SpracheTEMDAT-GPCCRSBBBGKJuryGesamtZuschauerstimmen
(Televoting & App)[4]
  Gesamt      
Stimmen%Punkte
1.3The MamasMove
M/T: Melanie Wehbe, Patrik Jean, Herman Gardarfve
Englisch46121012867651.610.44612,29 %72137
2.7DotterBulletproof
M/T: Dino Medanhodzic, Johanna Jansson, Erik Dahlqvist
Englisch102612101276651.489.63611,37 %71136
3.11Anna BergendahlKingdom Come
M/T: Bobby Ljunggren, Thomas G:son, Erik Bernholm, Anna Bergendahl
Englisch123468103461.244.1469,50 %61107
4.5Hanna FermBrave
M/T: David Kjellstrand, Jimmy Jansson, Laurell Barker
Englisch7327321251.335.87010,20 %6994
5.12Anis Don DeminaVem e som oss
M/T: Anderz Wrethov, Johanna Elkesdotter Wrethov, Anis Don Demina, Robin Svensk
Schwedisch, Englisch21257410401.168.8758,92 %4282
6.2Paul ReyTalking in My Sleep
M/T: Paul Rey, Lukas Hällgren, Alexander Standal Pavelich
Englisch6744104351.086.2308,29 %3368
7.10Felix SandmanBoys With Emotions
M/T: Tony Ferrari, Parker James, Peter Thomas, Philip Bentley, Nicki Adamsson, Felix Sandman
Englisch8788281253827.8096,31 %1467
8.8Robin BengtssonTake A Chance
M/T: Jimmy Jansson, Karl-Frederik Reichhardt, Marcus Winther-John
Englisch3810651235891.6206,80 %2863
9.1Victor CroneTroubled Waters
M/T: Dino Medanhodzic, Benjamin Jennebo, Victor Crone
Englisch1451125191.058.6918,08 %3857
10.9MarietteShout It Out
M/T: Thomas G:son, Cassandra Ströberg, Alex Shield, Mariette Hansson
Englisch1015612842719.4205,49 %951
11.6Méndez feat. Álvaro EstrellaVamos Amigos
M/T: Palle Hammarlund, Jimmy Jansson, Jakke Erixson, Leo Mendez
Spanisch, Englisch12731519882.0466,73 %2140
12.4MohombiWinners
M/T: Jimmy Jansson, Mohombi, Palle Hammarlund
Englisch5534320787.2246,01 %626

Uno, Dos, Cuatro – endlich Russland!

Schon mit der Direktnominierung von Little Big wußten wir was auf uns aus Russland zukommen würde. Ein bunter Spaßbeitrag mit harten Rave Klängen. Allerdings bekamen wir gestern eine eher glattgebügelte Nummer für das, was die vier Bantmitglieder Ilya Ilich Prusikin, Sergey Gokk Makarov, Sonya Tayurskaya und Anton Boo Lissov ansonsten abliefern. Uno ist ein eher ein Latino Discosong mit Techno Elementen. Ein bischen eine Vereinigung der 70er Disco Ära mit der 90er Rave Revolution. Ein schöner Song, der schon weil er aus Russland kommt mühelos die Top 10 erreichen wird. Aber jetzt nicht so das große Ding wie z.B. Go Bananas, der neuste Song von Little Big vor dem Eurovision Titel.

Eine clevere Wahl die Russland da mit Little Big aus dem Hut gezaubert hat. Eine Band, die eine Fanbase von 5 Millionen Abonnenten auf Youtube hat, deren Songs bis zu 370 Millionen(!) Aufrufe verzeichnen können. Im Vergleich dazu ist Sergej Lazarev mit 500k Abonnenten und 5 Millionen Klicks bei seinen Videos, gerad zu ein Leichtgewicht. Auch der Eurovision Song Contest hat mit knapp 200 Millionen Zuschauern jährlich nur knapp die Hälfte zu bieten. Falls die Fanbase hier zuschlägt wissen wir worauf wir uns einstellen können.

Little Big haben die Zeichen der Zeit erkannt und finden hauptsächlich auf youtube statt, wo sie ihre Stärke, sehr bunte und abgedrehte Videos am Besten unter die Leute bringen können. Einen 08-15 Song von dem ganzen Plattenindustrie Einheitsmüll wird sich hier kaum einer anschauen. Aber diese kleinen visuellen Meisterwerke gehen ab wie die Feuerwehr – Uno, Dos, Cuatro!

Cleopatra würde sich im Grabe rumdrehen

Cleopatra heißt also der Titel des vorletzten veröffentlichten Songs aus Aserbaidschan. Entgegen der letzten Jahren ist der Song nicht sonderlich anspruchsvoll aber wir freuen uns natürlich alle darüber dass es keine Ballade ist. Die Inszenierung auf der Bühne sollte jetzt aber auf jeden Fall ein Feuerwerk abschließen um von dem dünnen Machwerk abzulenken. Wie wir Aserbaidschan kennen, haben wir eine  50:50 Chance dass sie es Cleopatra wieder einmal versemmeln. Nur mit Grausen erinnere ich mich an die Auftritte von DIHAJ, Dilara oder Aisel zurück. Vielleicht bekommen in dem Patriarchat Aserbaidschan bekommen wohl nur die Männer einen kompetenten Bühnenbildner zur Seite gestellt. Elnur & Samir, Farids und Chingiz Auftritte waren sehr gut gelungen.

Hinter der Komposition von Cleopatra steht eine niederländisch-australisch-kanadische Co-Produktion von der keiner in bisherigen Contests in Erscheinung getreten ist. Die Musik ist mit Ethnoklängen versetzt, die so gar nicht zu dem Land passen. Leider verlieren in jedem Jahr  immer mehr Länder ihre musikalische Eigenständigkeit weil sie Songs von der Halde einkaufen. Über den Text und besonders die ersten 3 Sätze brauchen wir gar nicht reden. “Cleopatra was a Queen like me” – Bitte was?

Freaky Funky San Marino

das kleine San Marino schafft es ja meistens und zu überraschen. Diesmal mit dem nicen Funksong Freaky! gesungen von Senhit, die wir schon von “unserem” ESC 2011 in Düssedorf kennen. Damals übrigens auch für San Marino damals übrigens noch ohne “h” im Namen. Vorab wurde über Social Media dazu aufgerufen für einen von zwei Titeln abzustimmen. Obsessed wäre jetzt auch nicht die schlechteste Wahl gewesen, aber hier blüht mein Funk Herz regelrecht auf. Tolle Wahl! Wollen wir hoffen dass es für die Finalqualifikation reicht.

Komponist von Freaky! ist neben anderen auch Gianluigi Fazio, der hauptsächlich für Nek tätig ist, unter anderem bei seinem tollen 2015er zweitplatzierten Sanremo Kracher Fatti Avanti Amore. Für Marco Mengoni schrieb er auch schon einen Titel. Soweit ich gesehen habe gab es allerdings noch keine Berührungspunkte mit dem Eurovision Song Contest.

Uuden Musiikin Kilpailu 2020 – Und es ist: eine Ballade

Es gibt gute Balladen und es gibt schlechte Balladen. Und es gibt solche, die einem völlig egal sind. Beim Uuden Musiikin Kilpailu 2020 wurde letztere ausgewählt. Wahrscheinlich wieder eine mit Tiefgang, wie der Interpret gegen seine inneren Dämonen kämpfte und schließlich siegreich und gestärkt hervorgeht. Waaaa *Kotzsmiley*. Diese Stimmenhascherei indem man in dem Wettbewerb eine traurige Geschichte über *hier bitte Ursache einfügen* darbietet finde ich grundsätzlich zum Fremdschäme. Es muss ja auch immer eine traurige Geschichte verpackt in einer Ballade sein. Wie wäre es denn mal, wenn jemand eine Uptempo Nummer über den ersten Töpfchenbesuchs seines Sprösslings einreicht? Als Titel wäre dann “Der große Schiss” gut geeignet. Aber sowas macht natürlich niemand. Warum werden wir immer dazu genötigt alles was bei den Interpreten im Leben schief gelaufen ist übergeschüttet zu bekommen?

Gestern, beim Uuden Musiikin Kilpailu 2020 wurde Aksel Kankaanranta ausgewählt mit einem dieser Songs Finnland beim ESC zu vertreten. Viel Glück! Wahrscheinlich wäre, zumindest für und Balladengeschädigte, Erika Vikman mit der Hommage an den Pornostar Cicciolina die bessere Wahl gewesen.  Gesanglich bot sie uns allerdings bestenfalls Mittelmaß. Guter Live Gesang wäre sicher der Sieg gewesen.

Bulgarien 2020: Hier sollte eine Headline stehen

Manchmal ist das Blog schreiben kein zuckerschlecken. Man hat an ein Land große Erwartungen und wird derbe enttäuscht. Bulgarien, das notorische erfolglose Land, hatte es zwischen 2005 und 2013 nur einmal geschafft sich fürs Finale zu qualifizieren. Danach war es auf dem besten Wege zu einem der Big Player beim ESC zu werden. Von 2016 bis 2018 schafften sie sage und schreibe 3 Top 7 Hits. Allesamt wurden von Borislaw Milanow komponiert, der in diesem Jahr bekanntlich für Deutschland tätig ist. Dem konnten  im gleichen Zeitraum nur Australien und Schweden gegenhalten. Letztere könnten wahrscheinlich Background Sängerinnen schicken um eine Top 5 Platzierung zu bekommen – Oh wait! Dementsprechend groß war die Vorfreude auf das nach dem Aussetzten 2019 zurückkehrende Bulgarien 2020.

Bekanntlich gab es im vergangenen Jahr finanzielle Probleme, die das Pausieren des Landes verursachten. Diese sind offensichtlich noch nicht behoben, wie könnte man sich sonst die Auswahl eines völlig indiskutablen Jammersongs für Viktoria entscheiden? Der Titel Tears Getting Sober wurde zwar auch von Borislaw Milanow komponiert, allerdings war er wohl vom Grabbeltisch des Komponisten günstig zu erwerben. Einen Vorentscheid hätte der zur Depression neigende Song niemals überstanden. Als ob das nicht schon schlimm genug fürs Abschneiden in Rotterdam wäre, muß die Sängerin mit dem von der Machart ähnlich aber um Klassen besseren Songs aus der Schweiz im direkten Umfeld des Halbfinals in Konkurrenz treten.

Festival da Canção 2020 – No Movimento, no Gerbera, Tristesse

Das Festival da Canção 2020 war ja in den vergangenen Jahren nicht das progressivste seiner Art. Sie schaffen es auch immer wieder unisono vor sich hin plätschernden Songs ins Finale zu setzen. Und selbst wenn es ein paar progressivere ins Finale schaffen ist es eher selten dass sie, beispielsweise wie im vergangenen Jahr auch ausgewählt werden. Entweder die Jury oder das Publikum machen die Hoffnung immer zunichte. In diesem Jahr jedoch war das Festival überraschend vielseitig besetzt.

Juryfavorit war, das wurde bereits im Halbfinale deutlich, Filipe Sambado mit dem schönen Titel Gerbera amarela do Sul (Gelbe Gerbera des Südens). Er versteht es gekonnt verschiedene Musikstile traditionell portugiesisch klingen zu lassen und hätteso das Zeug gehabt vor allem mit seinem extravanganten Auftritt die Aufmerksamkeit in Rotterdam trotz recht langsamen Songs auf sich zu ziehen. Hier hat sich die Jury, in der in diesem Jahr auch Conan Osiris saß, sehr positiv bemerkbar gemacht. Filipe durfte dann auch gleich als erstes ran.

Publikumsliebling und weitgehend auch Liebling in der Bubble war Bárbara Tinoco mit dem wunderbar kitschigen Passe-Partout. Leider kann ich nur sehr wenig mit dieser Art Songs anfangen. Gleich zu Anfang ihrer an dem besten Startplatz 8 gelegenen Performance ließ sie eine gelbe Gerbera, die sie zuvor in der Hand hielt,fallen. War das eine Anspielung auf den oben genannten Philip? Die Großaufnahme auf die gefallene Gerbera kann man ruhig so deuten.

Ich hätte durchaus mit beiden Songs oder dem bereits im ersten Halbfinale des Festival da Canção 2020 beeindruckenden Movimento von Throes & The Shine leben können. Allerdings ist das gemeinsame Element der Songs, dass sie vor sich hin plätschern ohne große Dramaturgie zu entwickeln. Die Jury nutzt natürlich, im Gegensatz zu den Televotern, gerne das Downvoting um einen Titel zu verhindern. Dass dies auch gehörig schiefgehen ann, bekamen wir dann gestern eindrucksvoll gezeigt. Um ihren Favoriten zu pushen wurde Barbara kurzerhand auf den 5. Platz gesetzt, damit sie selbst mit voller Punktzahl der Zuschauer,  nicht ausgewählt werden kann ihr Land in den Niederlanden zu vertreten. Filipe bekam die vollen 12 Punkte. Wie erwartet gab es dann die volle Punktzahl seitens des Televotings, jedoch Philip von ebendiesen nur Platz 7. Das bedeutete dass wir nun eine Repräsentantin haben die eigentlich keiner von beiden wollte. Die Puffärmel tragende Elisa mit den öden Medo de sentir. Wo ist eigentlich die Modepolizei wenn man sie braucht? Das Outfit sollte sie aber für Rotterdam noch einmal überdenken. Sie wird es aber nur einmal tragen müssen, da in diesem Jahr im Halbfinale wieder einmal Schluss sein wird.

PlatzStartnr.InterpretLied
Musik (M) und Text (T)
Punkte  
JuryZuschauerGesamt
31Filipe SambadoGerbera Amarela do Sul
M/T: Filipe Sambado
12416
52Jimmy PAbensonhado7613
63Tomás LuziaMais real que o amor3811
84Elisa RodriguesNão voltes mais437
75Throes + The ShineMovimento
M/T: Throes + The Shine
6511
46KadyDiz só8715
17ElisaMedo de Sentir
M/T: Marta Carvalho
101020
28Bárbara TinocoPasse-Partout
M/T: Tiago Nacarato
61218

Die Schweiz 2020 – Kann man sich nicht ausdenken!

Ich bin total überrascht von der Schweiz in diesem Jahr. Gjon’s Tears haben mit Répondez-moi den wahrscheinlich besten Beitrag seit … vergangenem Jahr hingelegt. Diese neue Qualität darf gerne in den kommenden Jahren so weitergehen. Die aktuell vielleicht beste Ballade kommt 2020 von den Eidgenossen, das kann man sich nicht ausdenken. Soweit ich as überblicken kann gab es in diesem Jahrtausend noch gar keine Ballade sondern ausschließlich Midtempo und Uptempo Nummern die aber auch nicht sonderlich erfolgreich waren. Die siebte Finalteilnahme seit 2000 dürfte unseren Nachbarn sicher sein.

Der gebürtige Schweizer Gjon Muharremaj ist albanisch-kosovarischer Abstammung und singt über das Leben von Flüchtlingen, die in einem fremden Land gestrandet sind aber eigentlich lieber zu Hause sein wollen. Ein tieftrauriger Song der sicher ganz weit vorne landen wird. Der Titel selbst ist zusammen mit dem schweizer Komponistenduo Aliose (Alizé Oswald und Xavier Michel) entstanden die auch eigene Musik veröffentlichen und Konzerte in den verschiedensten Ländern geben.

Anstehende Veranstaltungen

  1. 1. Halbfinale ESC 2020

    Mai 12 @ 21:00 - 23:00
  2. 2. Halbfinale ESC 2020

    Mai 14 @ 21:00 - 23:00
  3. Eurovision Song Contest 2020

    Mai 16 @ 21:00 - 23:59
LandInterpret(VE)Song
Albanien AlbanienArilena AraShaj
Armenien ArmenienAthena ManoukianChains On You
Aserbaidschan AserbaidschanSamira EfendiCleopatra
Australien AustralienMontaigneDon't Break Me
Belgien BelgienHooverphonicRelease Me
Bulgarien BulgarienViktoriaTears Getting Sober
Dänemark DänemarkBen & TanYes
Deutschland DeutschlandBen DolicViolent Thing
Estland EstlandUku SuvisteWhat Love Is
Finnland FinnlandAksel KankaanrantaLooking Back
Frankreich FrankreichTom LeebThe Best in Me
Georgien GeorgienTornike KipianiTake Me As I Am
Griechenland GriechenlandStefaniaSUPERG!RL
Irland IrlandLesley RoyStory of My Life
Island IslandDaði & GagnamagniðThink About Things
Israel IsraelEden AleneFeker Libi
Italien ItalienDiodatoFai rumore
Kroatien KroatienDamir KedžoDivlji vjetre
Lettland LettlandSamanta TīnaStill Breathing
Litauen LitauenThe RoopOn Fire
Malta MaltaDestinyAll Of My Love
Moldawien MoldawienNatalia GordiencoPrison
Niederlande NiederlandeJeangu MacrooyGrow
Nordmazedonien NordmazedonienVasil GarvanlievYou
Norwegen NorwegenUlrikkeAttention
Österreich ÖsterreichVincent BuenoAlive
Polen PolenAlicja SzemplińskaEmpires
Portugal PortugalElisaMedo de Sentir
Rumänien RumänienRoxenAlcohol You
Russland RusslandLittle BigUno
San Marino San MarinoSenhitFreaky!
Schweden SchwedenThe MamasMove
Schweiz SchweizGjon's TearsRépondez-moi
Serbien SerbienHurricaneHasta La Vista
Slowenien SlowenienAna SokličVoda
Spanien SpanienBlas CantóUniverso
Tschechien TschechienBenny CristoKemama
Ukraine UkraineGo_ASolowej (Соловей)
Vereinigtes Konigreich Vereinigtes KönigreichJames NewmanMy Last Breath
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