Das Große ESC Voting 2019

Auch in diesem Jahr gibt es mal wieder ein User Voting. Es sind zwar noch zwei Wochen bis alle Songs feststehen aber ich würde mich freuen, wenn ihr schon eure Stimmen abgebt.

Spotify Playlisten der ESCs

Hier findet ihr die aktuelle Spotify Playlist für den ESC 2019. Die Playlists der vergangenen Jahre findet ihr in der Headernavigation.

Buchmacher Tipps

Es ist immer wieder spannend die Buchmacher Tipps zu verfolgen. In der Regle liegen sie zumindest was den ersten Platz betrifft immer ganz nahe dran und spätestens am Tag des Contest in 8 von 10 Fällen richtig.

The Good, the Bad and the Ugly – die ersten Proben des 1. Semis 2019

In den vergangenen Tagen wurde in Tel Aviv eifrig geprobt. Auch wenn es nur kleine Teaser der Auftritte gibt und sie durchaus auch noch geändert werden können, wird es Zeit sie einmal vorab zu betrachten. Was fällt einem beim Anschauen direkt ins Auge? Wie gut oder schlecht können die Interpreten Live nun tatsächlich singen? Wurde im Vergleich zum Vorentscheid noch einmal ordentlich in die Trickkiste gegriffen? Wurden Auftritte aus den vergangenen Jahren kopiert? Hatten verschiedenen Interpreten die gleiche Idee bei der Bühnenshow? Wer wird sich fürs Finale qualifizieren? Zumindest die letzte Frage kann ich sofort beantworte: ich weiß es leider nicht und habe auch das Gefühlt dass die Protagonisten des diesjährigen Contest noch enger zusammengerückt sind.

Proben am Samstag, den 04.05.2019

Der erste Tag der Proben stand ganz im Zeichen der ersten Hälfte des ersten Semis. Als erstes fiel hier natürlich auf, dass Tschechien und Montenegro die Startplätze getauscht hatten, so starteten Lake Malawi als zweite und D-Mol als Sechste in die Probe. Begonnen wurde allerdings mit Tamta aus Zypern und und hier ging gleich das volle Programm los: 4 Tänzer, denen wohl der Hut von Luca Hänni aus dessen Musikvideo so gut gefallen hat, dass sie alle den unbedingt tragen wollten, Trickkleid mit üppig behängten Glastropfen, hautenges Lack und Highheels runden die Performance vor 6 LED-Stelen ab. Der Gesang ist natürlich bei der ersten Probe nicht das Wichtigste, gibt aber einen ganz guten Vorab Eindruck ob der gesanglichen Leistungen. Bei Tamta hat das ganz gut geklappt, nur beim Ausziehen des Trickkleides könnten die Tänzer noch etwas üben. Aber das wird bestimmt noch bis Dienstag öfter geübt und klappt dann sicher reibungslos.

Der Auftritt von Lake Malawi hingegen hat mich jetzt nicht unbedingt überzeugt. Die Jungs scheinen zwar durchaus Spaß zu haben aber ich bin mir nicht sicher ob das am Dienstag reichen wird. Hier sollten sie noch eine Schippe drauflegen um den Vorschusslorbeeren gerecht zu werden. Obwohl mir der Song durchaus gefällt ist noch Luft nach oben. Das bunte Bühnenbild, ähnlich wie in ihrem Instagram-esquen Video bringt jedenfalls Lust auf Mehr!

Schade Finnland. Den Auftritt vom UMK 2019 haben sie weitgehend beibehalten, bis auf ein wesentliches Element: die Projektionsbox wurde gestrichen! Die Tänzerin im gleichen Fummel wie im Vorentscheid steht nun hinter Sebastian und Darude steht auf der linken Seite hinter seinem DJ-Pult. Das überzeugt mich nicht und das hätte man durchaus anders lösen können. Eine reine Projektion der Tänzerin schwimmend über die gesamte Bühnen LED-Wand wäre bestimmt ein Hingucker gewesen. Mal schauen wie das in der zweiten Probe aussieht.

Ich muss zugeben, dass ich den Song von Tulia zu Beginn richtigehend hasste. Mittlerweile habe ich ihn mir tatsächlich schönhören können und will mich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen aber ich finde ihn durchaus hörbar. Die 4 Sängerinnen stehen in den typischen tradizionellen Kleidern, die wir auch aus ihrem Musikvideo kennen, aus der Bühne. Zu Beginn sind die verschleiert, später dann allerdings nicht mehr und ganz im Gegensatz zu ihrem Outfit sind große Projektionen ihrer Gesichter mit wehenden Haaren auf der LED-Wand. Nett, wirkt aber etwas so als ob sie sich nicht entscheiden können wo sie hinwollen.

Die Slowenen Zala Kralj & Gašper Šantl änderten an ihrem Auftritt so rein gar nichts. Alles bleibt wie im Vorentscheid. Unbefriedigend für die, die den Auftritt schon damals langweilig empfanden. Nach dem aufregenderen Auftritt von Polen ist aber der ruhige Auftritt vielleicht genau das Richtige.

Puh D-Mol was ist das denn? Unkoordiniertes in der Crowd-stehendes planloses Herumgewippe. Sind wir hier beim Kindergeburtstag oder beim größten Musikevent der Welt? Die Montenegriener glauben wohl an Ersteres.  Bei den Buchmachern auf dem letzten Platz, in der allgemeinen Wahrnehmung der Bubble auf dem letzten Platz und auch mein letzter Platz, was soll man dazu noch schreiben? Vielleicht hätten sie ihren komischen Vorentscheidsauftritt beibehalten sollen, aber das hätte wahrscheinlich auch nicht geholfen.

Zu Joci braucht man fast nichts zu schreiben, er hat eine unglaubliche Bühnenpräsenz und verzichtet komplett auf Tänzer oder Schnickschnack auf der bühne und singt vor der LED-Wand auf der dezent Projektionen zu sehen sind, die allerdings kaum von ihm selbst ablenken. Dieses Selbstvertrauen muss man erstmal haben. allerdings stand er ja schon vor zwei Jahren auf der großen Bühne. Mit Platz 8 im Gepäck kann er hier ganz unbeschwert auftreten, er muss sich nichts mehr beweisen.

Die 16-jährige ZENA kann mich so gar nicht überzeugen. Hohe weiße Schaftstifel wirken auf mich irgendwie billig und das Bühnenbild erschlägt die junge Künstlerin förmlich. Manchmal ist eben weniger Mehr. Sie bringt zwei Tänzer mit auf die Bühne die mit, in der Probe, dilletantischen Capoeira Moves auch keine Offenbarung sind. Puh, Overload incoming.

Ihr ganzes gesangliches Können bekamen wir zum Abschluss des ersten Probentages von Nevena geboten. Der Auftritt hingegen wirkt noch etwas leblos. Hier hätte man vielleicht auch etwas mehr bieten können. Sie ist zwar gesanglich Diva aber auftrittstechnisch eher Mitzi Del Bra in langweilig.

Proben am Sonntag den 05.05.2019

Ich persönlich bin ja ein Fan des Songs und hoffe sehr dass Eliot sich fürs Finale qualifiziert. Aber ich befürchte es wird eng. Das Bühnenbild mit den zwei überdimensionalen Trommeln wurde wohl von Ryan Dolan aus 2013 recycelt und das nahm damals bekannterweise trotz halbnackten Tänzern kein gutes Ende. Für mich für diesen Song völlig unpassend. Das lässt mich etwas ratlos zurück. Hier sollte man noch einmal deutlich nachjustieren.

Dieses Jahr finde ich ja Länder gut, die mir noch nie gefallen haben. So auch Georgien. Außer vielleicht Waterfall 2013 oder vielleicht Warrior von 2015 konnte ich noch mit keinem Song aus Georgien irgend etwas anfangen. Dieses Jahr ist Oto für mich ohne zu übertreiben die größte Überraschung des Jahrgangs. Auch wenn der Song für die Meisten äußerst sperrig wirkt würde ich ihn im Finale klar in die Top 10 setzen. Allerdings wird das wohl nur Wunschdenken sein. Wie es scheint holte er sich direkt die Hälfte von Iriao auf die Bühne. Das, zusammen mit der LED-Wand, bleibt sicher im Gedächtnis und gesanglich kann ihm in diesem Halbfinale niemand was vormachen.

Es geht Schlag auf Schlag und auch Australien gibt ordentlich was auf die Augen. Glücklicherweise verzichten sie auf den „Berg“ aus dem Vorentscheid, dafür schwingt Grinsekatze Kate zusammen mit ihren Backgroundtänzerinnen auf 3 Meter hohen Metallstangen vor der LED-Wand hin und her. Das ist der absolute visuelle Overload. Hammer! Sie hätte allerdings auf die Krone verzichten können. Ich habe mit dem Song so meine Probleme. Jedesmal wenn ich ihn höre, denke ich die erste Minute das der doch ganz gut ist, die zweite Minute geht es dann langsam wieder ins Nervige und in der dritten Minute will ich nur noch dass der Song endlich fertig ist. Falls mich das visuelle davon ablenkt, könnte ich tatsächlich an eine Qualifikation glauben.

Ja, ich weiß, mit meiner Meinung zu Hatari mache ich mir in der Bubble keine Freunde. Immerhin kann ich mir den Song auf Spotify mittlerweile anhören ohne auf weiter zu klicken. Aber jetzt mal ehrlich: er bietet doch bis auf den Auftritt so rein gar nichts, und das reicht mir einfach nicht. Auch wenn ich lese dass sie ja eine Aussage haben die man beachten soll. Nein, ich will Musik hören, wenn ich Aussage will, dann gehe ich auf ne Demo. Aber ich muß zugeben dass mich Olli von aufrechtgehn.de überrascht hat, den Titel als Platz 1 in seinem Ranking zu haben. Das letzte Mal dass wir in unserer Meinung so weit auseinander gedriftet sind, war bei Lordi und da hatte ich den kürzeren gezogen. Ich würde wahrlich in Schockstarre verfallen sollten Hatari in diesem Jahr gewinnen.

Storm? Weiter! Jetzt mal ehrlich: nach Hatari achtet doch keiner mehr auf Victor, oder? Der Auftritt ist eher spielen mit der Kamera ohne Schnickschnack und Sturm auf dem LED-Screen. Wie originell. Er hat aber auch nach Hatari und vor Conan den denkbar ungünstigsten Startplatz bekommen.

Conan zeigt wieder was für eine Rampensäue er und sein Tänzer João Reis Moreira doch sind. Ein Hammer von einer Bühnenshow. Grüner Satin? Wer kann das denn sonst tragen? Niemand! Aber bei den beiden kann man einfach nicht wegschauen. Der Hintergrund komplett in Projektionen von roten Rosen versunken, die Farben ganz im Trend der Zeit nationalistisch an die portugiesische Flagge erinnernd. Die Löffel im Gesicht vom Vorentscheid gegen eine Backenmaske getauscht. Man weiß gar nicht wo man hinschauen soll. Viel besser hätte man das gar nicht umsetzen können. Der Song ist, wie er halt ist, äußerst speziell und ich vermag einfach keine Vorhersage treffen, ob er sich qualifizieren kann oder nicht. Bei diesem Auftritt würde ich das schon befürworten aber langsam gehen mir die Nichtqualifikanten aus.

Visuell und gesanglich holt Katerine alles aus ihrem Auftritt heraus. Weit weg von den langweiligen Auftritten von Victor oder D-Mol werden die Zuschauer gegen Ende des Halbfinals visuell völlig überfordert und die Künstler geben nahezu alles um gegen die vor den Vorentscheid größten Paradiesvögel Hatari anstinken zu können. Der Song ist kraftvoll und stark und sollte sich ohne Probleme qualifizieren können.

Wir brauchen gar nicht drumrum zu reden: für Serhat wird es schwer sich zu qualifizieren. Aber ich hoffe dann doch irgendwie dass es klappt. Allerding muß man zugeben, dass er den besten Startplatz spendiert bekommen hat. Auch Christer Björkmann will wohl dass sich San Marino endlich mal wieder qualifizieren kann. In den vergangenen 10 Jahren konnten sich nur zwei (Moje 3 und Triana Park) nicht qualifizieren.

Das große ESC Leservoting 2019 – Zwischenstand vor den Rehearsals

Seit zwei Monaten ist das Leservoting nun online und da am Samstag die Proben losgehen und sich dann noch einmal alles ändern kann, wird es Zeit mal auf den Zwischenstand zu schauen. Insgesamt kann man erkennen, dass die einzelnen Wertungen über 5 Punkten liegen müssen, um sich virtuell zu qualifizieren.

Im ersten Halbfinale sieht die Reihenfolge folgendermaßen aus:

1. Island: 9.5
2. Portugal: 9.11
3. Ungarn 8,9
4. Tschechien 7.3
5. San Marino 7.43
6. Polen 7.25
7. Belgien 6.78
8. Slowenien 6.27
9. Zypern 5.83
10. Griechenland 5.75

Nicht qualifizieren würden sich demnach:

11. Estland 4.63
12. Serbien 4.0
13. Weißrussland 4.14
14. Australien 3.8
15. Finnland 3.56
16. Montenegro 3.2
17. Georgien 2.67

Eine große Überraschung kann ich bisher im ersten Halbfinale nicht entdecken. Die Ergebnisse decken sich in etwas auch mit anderen Votings. Bei San Marino rechnet man eher nicht mit der Qualifikation, oder zumindest sollte es knapp werden. Dafür ist generell Serbien besser geranked. An einer Qualifikation Griechenlands besteht kaum einen Zweifel, hier wird es aber eng.

Im zweiten Halbfinale wäre bisher folgende 10 Acts qualifiziert:

1. Niederlande 10.33
2. Norwegen 7.78
3. Schweiz 7.5
4. Aserbaidschan 6.5
5. Malta 6.33
6. Albanien 5.88
7. Armenien 5.83
8. Österreich 5.75
9. Russland 5.75
10. Schweden 5.5

Nicht qualifiziert wären:

11. Nordmazedonien 5.0
12. Lettland 4.78
13. Irland 4.38
14. Kroatien 3.78
15. Moldawien 3.57
16. Rumänien 3.57
17. Litauen 3.25
18. Dänemark 3.0

Auch hier gibt es eigentlich keine Überraschung. Nordmazedonien sollte sich aber qualifizieren. Dafür aber Österreich eher nicht. Schweden wird deutlich schwächer eingeschätzt als bei anderen Abstimmungen.

Ich bin sehr gespannt, wie sich das Ranking nach den Proben noch verändern wird. In knapp zwei Wochen gibt es dann den finalen Stand der Abstimmung, deshalb würde ich mich freuen, wenn ihr weiter eifrig abstimmt.

Jeder hat eine Vergangenheit: Fred Buljo

11 Jahre vor KEiiNO begann die Karriere von Fred Buljo mit einem Auftritt als Mitglied der samischen Rapgruppe Duolva Duottar bei der ersten Ausgabe von Norske Talenter, der norwegische Version von Das Supertalent. Sie singen und rappen hauptsächlich in Sami, weshalb sie im Halbfinale von Jurymitglied Thomas Giertsen abgestraft wurden da er sie nicht verstehen und somit nicht folgen konnte was sie auf der Bühne von sich gaben. Sie zogen trotzdem ins Finale ein, konnten aber keine Platzierung erreichen und landeten auf dem 4. – 10. Platz. Auch hier sehen wir stimmlich und outfittechnisch noch ordentlich Verbesserungsbedarf, samische Trachten mit Jeans zu kombinieren passiert sicherlich auch nicht jeden Tag.

Jeder hat eine Vergangenheit: Chingiz Mustafayev

Eigentlich ist es mir schon vor ein Paar Wochen über den Weg gelaufen aber ich war der Meinung, dass es in die relativ ruhige Zeit vor dem Contest ganz gut passen könnte. Jeder war einmal jung und brauchte das Geld. So auch unser Aserischnuckel Chingiz Mustafayev. Auf seinem Youtube Account sind aktuell verschiedene Videos zu finden, die den jungen Chingiz beim Vorentscheid für den Contest 2011 zeigen. Den Namen dieses Vorentscheides scheint ein großes Mysterium zu sein, denn alleine auf Wikipedia findet man unter den verschiedenen Sprachen mindestens drei verschiedene Bezeichnungen. In der aserbaidschanischen und in der türkischen Version wird er Land of Fire 2011 genannt, in der englischen Version heißt er Milli Seçim Turu 2010 und um schließlich alle zu verwirren in der holländischen Milli Seçim Turu 2011. Nun gut, wir wissen jedenfalls dass in diesem Vorentscheid Ell und Nikki ausgewählt wurden und dann den Contest 2012 in ihr Heimatland holen konnten.

Hier ist der junge Chingiz mit einer Vergewaltigung von Sabels Yassou Maria. Wahlweise könnt ihr euch noch eine etwas spezielle Version von Harel Skaats Milim oder eine unglaublich schlechte Coverversion von Enrique Iglesias Hero. Ich bin froh dass der Junge noch etwas länger auf der Weide gestanden hat, bevor er uns beim Eurovision Song Contest beglücken durfte. In diesem Jahr ist es mit dem großartigen Truth sicher sowohl von der Reife als auch von den gesanglichen Qualitäten her der bessere Zeitpunkt.

Israel 2019 – Eigentlich können sie doch Balladen

Mit Wehmut denke ich beim Hören dieses finalen Beitrags im aktuellen Jahrgang an die tollen Balladen aus Israel zurück. The Fire In Your Eyes (Ke’ilu Kan) oder Rak bishvilo spielten in einer ganz anderen Liga. Vielleicht will der Gastgeber aber auch nur verhindern, im kommenden Jahr den Contest erneut hosten zu müssen. Es scheint mir fast so als wollten die Israelis einen Österreicher pullen und im eigenen Land ebenfalls Letzter werden. Gesanglich ist der HaKokhav HaBa L’Eurovizion 2019 Sieger Kobi Marimi top, nur ist sein oller Schmachtfetzen Home eher Füllmaterial eines drittklassigen Komponistenwettbewerbs. Ich werde noch versuchen mir diesen Song bis zum Mai schönzuhören allerdings bin ich mir nicht sicher, ob mir das gelingt. Noch eine Bitte: schickt Kobi zu einem fähigen Schneider, der dem über 2m großen Hühnen vielleicht einen passenden Anzug auf den Leib schneidert, in vielen bei youtube vorhandenen Videos sieht es so aus, als ob er keinen besitzt.

Armenien 2019 – Druckvolle Beats, kraftvoller Gesang

Auf Armenien kann man sich wie immer verlassen. Sie versorgen uns mit dem modernsten Song des Contests. Ein elektronischer Klangteppich, druckvolle Beats und eine kraftvolle Stimme. Was will man mehr? Einzig einen etwas eigängigeren Refrain hätte man uns noch geben können. Die konstant hoche Qualität der letzten Jahre konnten sie jedenfalls auch nach 2019 hinüber retten. Ich bin sehr gespannt wie der Song live wirkt und ob Srbuk den „dreckigen“ Gesang gut umsetzen kann. Der sesationelle Song von Artsvik wurde vor 2 Jahren durch den Bühnenauftritt dermaßen zerstört, dass sie nur auf dem 18 Platz landen konnte. Alles in Allem bin ich mit Walking Out sehr zufrieden damit geht der beste Song des Tages wohl nach Armenien, sofern sich der geleakte israelische Song als der tatsächlich für Tel Aviv vorgesehene erweist.

Malta 2019 – We are Technicolor

Kennt ihr das, wenn man einen Song hört und sofort weiß von wem der komponiert wurde? So ging es mir hier bei Malta. Wie sich herausstellte wurde er auch tatsächlich von Joacim Persson und Borislav Milanov zusammen mit Paula Winger und Johan Alkanas geschrieben. Die ersten beiden sind uns natürlich sehr bekannt: mit Equinox, Kristian Krostov, Poli Genova und César Sampson konten sie seit 2016 Top 10 Plätze erreichen. Nur der ganz große Wurf blieb ihnen bisher verwehrt. Aber ich kann sie beruhigen: auch mit Malta in diesem Jahr schaffen sie es nicht den Contest zu gewinnen. Der Song ist für diese Songwriter Kombination merkwürdig sperrig und nicht so richtig aus einem Guss. Zudem bin ich bei der Sägerin Michaela, die Malta vertritt äußerst skeptisch, ob sie den Song so gut auf die Bühne bringt wie es Eleni z.B. im vergangenen Jahr vormachte. Allerdings kann im Mai alles passieren, vom Jana Burčeska Gedächtnismoment, dem Ausscheiden im Semi, bis hin zur Top 10 Platzierung. Zu unberechenbar scheint mir der Contest in diesem Jahr zu sein.

Schweden 2019 – Außer Spesen nichts gewesen

Leider war das Mello in diesem Jahr weder sonderlich gut noch spanend. Die Komponisten, alle voran die Thomas G:sons und Debs mußten wohl zu viele Sogs komponieren. Daraus wurde ein fader glattgebügelter Einheitsbrei, der in jedem rumänischen oder montenegrinischen Vorentscheid ein bischen Würze beigetragen hätte aber für eine so groß gespielte Veranstaltung wie dem schwedischen Melodifestivalen unwürdig ist. Zusätzlich war die Gesangsleistung einiger Interpreten gelinde gesagt ausbaufähig. Jon-Henrik hatte wohl keine Lust auf den ersten Startplatz und kann nur wehmütig nach Norwegen schauen, wo ihm Fred Buljo die Show gestohlen hat. Hannah versemmelte direkt die ersten Töne und so blieb von den favorisierten Acts musikalisch nur noch John Lundvig übrig der zumindest stimmlich überzeugen konnte. Sein Gospelsong Too Late for Love ist so gar nicht meine Musik und ich hätte mir eher Ashes to Ashes von Anna Bergendahl gewünscht aber das war leider nur Wunschdenken. Über die beiden Jungster Malou und Bishara hülle ich einmal den Mantel des Schweigens und hoffe nur dass das im nächsten Jahr keine Schule macht. Nano fand ich schon im Halbfinale schlecht aber er konnte das gesanglich noch einmal unterbieten. Warum er dafür mit dem zweiten Platz bei den Jurys belohnt wurde, wird man nie erfahren. Vielleicht dachten sie noch immer an seinen ersten Einsatz im Mello mit Hold on.

Das schönste am gestrigen Abend war die Rückkehr von Lindra Woodruff, die alle Interpreten zu Nebendarstellern verkommen ließ und allen die Show stahl. Wäre die Show nur halb so gut gewesen, wie die früher von mir als lustigste Frau beim ESC betitelte Linda, hätten wir einen tollen Abend gehabt. Der Intervallact mit der totgelifteten Charlotte und der gleichzeitig als Jurorin fungierenden Dana international war auch irgendwie nicht befriediged. Da hatten wir in den Semis bessere Auftritte.

Startnr.InterpretTitelJuries        Zuschauer  GesamtPlatz
GesamtStimmenProzentPunkte
1Jon Henrik Fjällgren"Norrsken (Goeksegh)"181181911.9%55744
2Lisa Ajax"Torn"610235616395.0%23629
3Mohombi"Hello"5277245329.1%42744
4Lina Hedlund"Victorious"3844310321.7%84011
5Bishara"On My Own"7136101013814.9%691072
6Anna Bergendahl"Ashes to Ashes"2567207.8%365610
7Nano"Chasing Rivers"1041087258542.2%10646
8Hanna Ferm & LIAMOO"Hold You"866567734812.7%591072
9Malou Prytz"I Do Me"4554122232.6%123512
10John Lundvik"Too Late for Love"12121212121212129618.3%851811
11Wiktoria"Not with Me"23110884366.0%28646
12Arvingarna"I Do"743310278.0%37646

Russland 2019 – Kann Sergey Ballade?

Man nimmt einen der besten Komponisten von uptempo Dancetracks, stellt ihm den usympatischsten Kotzbrocken zur Seite, den Russland zu bieten hat und schreibt für den bekanntesten Popsänger von Russland eine Ballade? Das auch noch in einem Jahrgang, der von langsamen Songs nur so überquillt. Sowas bringt wohl nur Russland zu Stande.  Jetzt habe wir den Salat, die völlig überkomponierte Powerballade Scream, bei der ich nicht sicher bin, ob der nicht gerade für die hohen Töne bekannte Sergey Lazarev sie in adäquater Form auf die Bühne bringen kann. Mein Geschmack trifft die Ballade in der Studioversion voll und ganz, allerdings bin ich unsicher, ob das zu dem unbedingt gewollten Triumph reichen wird. Top 5 wird das schon wegen der russischen Diaspora werden, aber zum Gewinnen braucht es dann doch mehr. Das sahen wohl die Buchmacher auch so, denn schon 15 Minute nachdem der Song veröffentlicht wurde, fiel er hinter die Niederlande auf Platz 2 zurück. Auch hier sehen wir keinen klaren Gewinner, bei Schweden sehe ich den auch nicht, also hoffe ich noch auf Armenien.

Anstehende Veranstaltungen

Es gibt derzeit keine bevorstehenden Veranstaltungen.

LandInterpret(VE)Song
Albanien AlbanienJonida MaliqiKtheju tokës
Armenien ArmenienSrbukWalking Out
Aserbaidschan AserbaidschanChingizTruth
Australien AustralienKate Miller-HeidkeZero Gravity
Belgien BelgienEliotWake Up
Bosnien und Herzegowina Bosnien und HerzegowinaKeine
Teilnahme
2018
Keine
Teilnahme
2018
Bulgarien BulgarienKeine
Teilnahme
2018
Keine
Teilnahme
2018
Dänemark DänemarkLeonoraLove is Forever
Deutschland DeutschlandS!sterSisters
Estland EstlandViktor KroneStorm
Finnland FinnlandDarude fest. Sebastian RejmanLook Away
Frankreich FrankreichBilal HassaniRoi
Georgien GeorgienOto NemsadzeSul Tsin Iare
Griechenland GriechenlandKaterine DuskaBetter Love
Irland IrlandSarah McTernan22
Island IslandHatariHatrið mun sigra
Israel IsraelKobi MarimiHome
Italien ItalienMahmoodSoldi
Kroatien KroatienRokoThe Dream
Lettland LettlandCarouselThis Night
Litauen LitauenJurijusRun With The Lions
Malta MaltaMichela PaceChamaeleon
Moldawien MoldawienAnna OdobescuStay
Montenegro MontenegroD-MolHeaven
Niederlande NiederlandeDuncan LaurenceArcade
Nordmazedonien NordmazedonienTamara TodevskaProud
Norwegen NorwegenKEiiNOSpirit in the Sky
Österreich ÖsterreichPÆNDALimits
Polen PolenTuliaFire of Love (Pali się)
Portugal PortugalConan OsirisTelemoveis
Rumänien RumänienEster PeonyOn a Sunday
Russland RusslandSergej LazarevScream
San Marino San MarinoSerhatSay na na na
Schweden SchwedenJohn LundvikToo Late for Love
Schweiz SchweizLuca HänniShe Got Me
Serbien SerbienNevena BožovićKruna
Slowakei Slowakei/s>Keine Teilnahme 2018Keine Teilnahme 2018
Slowenien SlowenienZala Kralj & Gašper ŠantlSebi
Spanien SpanienMikiLa Venda
Tschechien TschechienLake MalawiFriend of a Friend
Türkei TürkeiKeine
Teilnahme
2018
Keine Teilnahme 2018
Ukraine UkraineMARUVSiren Song
Ungarn UngarnJoci PápaiAz én apám
Vereinigtes Konigreich Vereinigtes KönigreichMichael RiceBigger Than Us
Weissrussland WeißrusslandZENALike It
Zypern ZypernTamtaReplay
Menü
Translate »

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Close