Malta 2021: I got chills, they’re multiplying

Auch Destiny wandelt in diesem Jahr auf Retropfaden. Der Beat ist schamlos von Your the One that I Want von Grease geklaut. Ich habe mir den Song jetzt bestimmt fünfmal hintereinander angehört und ich will immer mitsingen: „I got chills, they’re multiplaying …„. Zu allem Überfluss wählte man daneben noch Swing als zweiten großen Taktblock. Das macht den Song ein wenig Kraut und Rüben. Sehr Schade, war doch ihr Beitrag vom vergangenem Jahr einer der großen Favoriten auf den Sieg. Der dürfte mit diesem Song aber Geschichte sein. Dennoch macht der Titel Spaß. Destiny so zu inszenieren wie Netta 2018 ist wahrscheinlich die schlechteste Entscheidung die ein Verantwortlicher beim diesjährigen Song Contest treffen konnte. Wahrscheinlich bekamen die Verantwortlichen Panik, dass sie so kurz davor waren den Contest ausrichten zu müssen und wollten in diesem Jahr sichergehen dass dies nicht passiert. In meinem inneren Ohr höre ich die Verantwortlichen sagen „Misch noch etwas Swing mit rein, damit gehen wir sicher dass der Song nicht gewinnt“

Destiny ist auf jeden Fall eine wundervolle Sängerin. Es könnte durchaus sein, dass sie auch mit diesem Song sehr weit vorne landen wird. Sie hat vom vergangenen Jahr noch eine sehr große Fanbase die sie sicher pushen wird. Ich habe aber Bedenken wegen des Bühnenauftritts. Wie soll den das Bublegum Video auf die große Bühne gebracht werden? Nun ja im Mai wissen wir mehr.

Polen 2021: Dann machen wir es eben selbst

Ich bin ja grundsätzlich für einen unpolitischen Contest. Aber manchmal kann man einfach nicht über die vielen, vielen negativen Kommentare hinwegsehen. So geschehen bei Polens ausgewähltem Song The Ride von RAFAŁ (Brzozowski). Die Polen hätten gerne Alicias erneute Teilnahme gesehen, allerdings hatten sie da nicht mit dem austragenden Sender TVP gerechnet. Anscheinend war es diesem nach dem eher mittelmäßigen Vorjahresbeitrag wichtig, in diesem Jahr mehr Einfluss auf das Gesamtpaket zu bekommen. Also wählte man gleich einen Angestellten des Senders, der schon einmal 2017 am polnischen Vorentscheid teilnahm und den zweiten Platz belegte. Ich finde es nicht ganz so verwerflich einen Angestellten direkt zu nominieren. Der Aufschrei unter den Fans ist bei einer Direktnominierung immer gleich exzessiv. Für mich ist die Hauptsache, das Gesamtpaket passt.

Glücklicherweise bekommen wir in diesem Jahr einen deutlich besseren Beitrag als im vergangenem Jahr. Der Song gibt einem direkt die The Weeknd Vibes und katapultiert einem zurück in die 80er. Passenderweise wurde der Videoclip im Neon Museum in Warschau gefilmt. Was so ein Song aber braucht ist ein vielseitiger Sänger. Bei RAFAŁ hat man das Gefühl er singt mit angezogener Handbremse um noch mehr Autotune zu ermöglichen. Deshalb wird aus dem Song ein sich drehender Einheitsbrei mit Retrosound. Ich mag den Song aber wirklich und würde mich freuen, wenn er ins Finale einzieht.

Schweiz 2021: Der Junge mit den großen Schuhen

Gjon Muharremaj, alias Gjon’s Tears musste in diesem Jahr in große Fußstapfen treten. Diese wurde aber von ihm selbst vorgegeben, denn es galt einen Nachfolger für das großartige, mitfavorisierte Répondez-moi zu finden. Lange mussten wir warten, bis endlich der neue Song mit dem Namen Tout l’Univers der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Ähnlich wie beim Vorgänger erzählt uns Gjion wieder eine kleine Geschichte. Dieses Mal geht es um die Nachwirkungen eines Verkehrsunfalls. Passend dazu gibt es ein beklemmendes Video. Heraus kam ein musikalischer Gaumenschmaus erster Güte, der sich sofort auf sämtlichen Favoritenlisten ganz weit vorne einordnet. Bei einem Sieg sollten wir uns aber darauf einstellen, dass wir in den kommenden Jahren nur noch sanfte Männer mit Kopfstimme, wie Duncan Laurence und eben Gjion beim ESC sehen werden.
Es sieht in diesem Jahr sehr stark danach aus, dass wir einen französischen Siegertitel haben. Aktuell sind 2 der 3 favorisierten Songs in französisch.  Das gab es zuletzt 1988 mit Céline Dion mit Ne partez pas sans moi. Zeit wird es mal wieder!

Island 2021: Schaffen sie es erneut?

Ich bin immer wieder verwundert, wie groß die Erwartungen der Fans im Vorfeld der Songveröffentlichung waren. Es musste noch ein besserer Song gefunden werden als Think about Things vom vergangenem Jahr. Das war natürlich nahezu unmöglich. Den Ersteindruck des Pakets von Outfit und Song konnte es natürlich kein zweites Mal geben. Der gestern während des Mello Finales veröffentlichte Titel 10 Years ist ein absolut würdiger Nachfolger. Die Streicher zu Beginn sind interessant, wurden aber leider während des Songs nicht erneut aufgegriffen. Der Song hat einen ähnlichen Aufbau wie der Vorgänger, und ist nicht mehr und nicht weniger als ich erwartet hatte. Er wird sicher in den Top 10, wenn nicht gar in den Top 5 landen. Die aktuelle Retro Welle, der im diesjährigen Contest mindestens 5 Titel angehören, rechne ich Dadi, dessen Verdienst dies zweifellos ist, sehr hoch an.

Melodifestivalen 2021: Viele altbekannte Gesichter

Das Melodifestivalen beginnt am 06. Februar mit der ersten Vorentscheidungsrunde. Anschließend folgen wie üblich wöchentlich 3 weiter Vorrunden, das Andra Chansen und schließlich dem Finale am 13. März 2021. Wegen der Covid-19 Pandemie finden alle Shows ausnahmsweise in Stockholm statt. Aus den ersten vier Shows schaffen jeweils zwei Kandidaten die direkte Qualifikation fürs Finale und zwei weitere für die Andra Chansen. Hier gibt es vier 2er-Duelle, von denen die Gewinner auch ins Finale dürfen. Dieses besteht dann auch 12 Teilnehmern.

Wieder mit dabei sind die Vorjahresgewinner The Mamas, die allerdings auch durch die komplette Qualifikation müssen. Außerdem gibt es ein Wiedersehen mit Charlotte Perrelli (ESC 2008 mit Hero, Platz 18), Eric Saade (ESC 2011 mit Popular,  Platz 3) und Jessica Andersson (ESC 2003 als Teil der Gruppe Fame mit Give Me Your Love, Platz 5). 15 der 25 Teilnehmer nahmen bereits am Melodifestivalen teil. Unter ihnen ist Eva Rydberg, die bereits 1977 am Mello teilnahm. Andere bekannte Namen sind u.a. Danny Saucedo, Dotter und Tess Merkel (Ex-Alcazar).

Auch bei den Komponisten wird eher geklotzt statt gekleckert. Joy und Linnea Deb haben 5 Songs im Rennen, Thomas G:son ist mit zwei Songs dabei. Jimmy Jansson, der im vergangenen Jahr 6 Titel im Vorentscheid einen neuen Rekord aufstellte, ist in diesem Jahr mit drei Songs vertreten. Anderz Wrethov, zeigte sich bereits für „Fuego“ verantwortlich und kommt mit 4 Songs im Gepäck. Schließlich Bobby Ljunggren, der auch mit 5 Songs dabei ist. Er hatte in seiner Karriere bereits 55 Songs im Mello seit 1987! Auch Frederik Kempe darf man an dieser Stelle nicht vergessen. Er ist mit 2 Songs vertreten, die seine Gesamtbilanz auf 35 Mello Kompositionen erhöhen. Insgesamt haben die oben genannten Komponisten das Melodifestivalen bereits 12 Mal gewinnen können.

Das Finalen bot und wieder einen sehr erfüllenden letzten Vorentscheids-Abend. Im Vorfeld kristallisierte sich ein Vierkampf zwischen Tusse, Eric Saade, Dotter und The Mamas heraus. Außenseiterchancen wurden auch Clara eingeräumt. Für mich spiegelte das gesamte Mello-Feld eine Abbildung des gesamten Eurovisions-Jahrgangs ab. Es gab viele gute Songs, aber keinen der klar heraussticht, und viel Mittelfeld. Ich hätte gerne Eric Saade als Gewinner gesehen, denn sein Song ist der einzige, der mit einen Ohrwurm verpassen konnte. Einmal gehört und mein Kopf singt das den ganzen Tag. Allerdings hatte ich die Befürchtung, dass er beim ESC mit dem eher unscheinbareren Titel untergehen könnte.

Ein Vorentscheids-Aus wird bei Tusse, bürgerlich Tousin Chiza sicher nicht passieren. Fernsehzuschauer lieben ja bekanntlich Geschichten. Tusse hat hier als androgyner, kongolesischer, unbegleiteter, minderjähriger Flüchtling sicher genug zu erzählen. Aber das ausschlaggebende ist sicher auch, dass er einen konkurrenzfähigen Song aus der Deb/Thörnfeldt/Wrethow-Schmiede auf den Leib geschrieben bekam, der für mehr Tolerant wirbt. The Mamas wären für mich die schlechteste Wahl der Favoriten gewesen. Ich mochte den Song nur bedingt, obwohl ich die wandelnden Discokugeln niedlich finde. Aber das reicht für mich nicht um dafür abzustimmen. Sie hatten aber den großen Bonus des Verzichtens vom vergangenen Jahr. Allerdings schien dieser Bonus in Schweden nicht so sehr zu greifen wie in Lettland und Litauen.

Dotters Song fand ich vor dem Finalen auch ganz gut aber irgendwie fand ich ihn gestern Abend etwas anstrengend. Bulletproof vom vergangenem Jahr hätte ich mit Handkuss vorgezogen. Claras Titel ist eher ein Song zum nebenbei hören. Tut nicht weh, wäre aber beim ESC sicher auch nicht sonderlich erfolgreich gewesen. Ich bewundere immer Leute in der Bubble die Aufgrund ihrer Begeisterung vorhersagen, dass Schweden den Contest nur mit (z.B.) diesem Song gewinnen können und bei allen anderen ein Vorentscheids-Aus drohen wird. Um es mal klar zu sagen: Schweden hätte selbst mit Bigger Than Us 2019 einen Top Ten Platz geholt. Ein Vorentscheids Aus halte ich mit dem aktuellen Bonus (2 Siege, 2 dritte Plätze, 4 weitere Top 10 Plätze in den vergangenen 10 Jahren) für ausgeschlossen. Auch diese Serie wird irgendwann einmal zu Ende gehen. Man erinnere sich an Irland in den 80er und 90er Jahren. Aber im Moment haben wir noch viel Spaß an den schwedischen Songs und Komponisten beim Wettbewerb. Das Tolle am Mello ist außerdem auch die Vielseitigkeit der Songs, von alternden gelifteten Diven,über karabik-Pop, bis hin zur Dansband bekommen wir immer eine große Bandbreite geboten. Ich bin sehr gespannt, ob das in der nach Christer Björkmann-Ära so weiter gehen wird.

Finale – 13. März 2021

PlatzStartnr.InterpretTitel
Musik (M) und Text (T)
        JuryGesamtZuschauerstimmen
(Televoting & App)
  Gesamt
7.1Danny SaucedoDandi Dansa
M/T: Danny Saucedo, Karl-Johan Råsmark
33736665391.309.7417,82 %3574
6.2Klara HammarströmBeat Of Broken Hearts
M/T: David Kreuger, Fredrik Kempe, Niklas Carson Mattson, Andreas Wijk
84884524431.341.5668,00 %3679
11.3Anton EwaldNew Religion
M/T: Jonas Wallin, Joe Killington, Anton Ewald, Maja Strömstedt
2222191.066.3406,37 %1625
3.4The MamasIn the Middle
M/T: Emily Falvey, Robin Stjernberg, Jimmy Jansson
666412817501.646.1989,83 %56106
12.5Paul ReyThe Missing Piece
M/T: Fredrik Sonefors, Laurell Barker, Paul Rey
15213618998.0305,96 %725
8.6Charlotte PerrelliStill Young
M/T: Thomas G:son, Bobby Ljunggren, Erik Bernholm, Charlie Gustavsson
51375110321.016.5576,09 %2860
1.7TusseVoices
M/T: Joy Deb, Linnea Deb, Jimmy „Joker“ Thörnfeldt, Anderz Wrethov
12101210712412792.964.26917,70 %96175
10.8Alvaro EstrellaBaila baila
M/T: Anderz Wrethov, Linnea Deb, Jimmy „Joker“ Thörnfeldt
11571.071.1886,39 %1926
5.9Clara KlingenströmBehöver inte dig idag
M/T: Clara Klingenström, Bobby Ljunggren, David Lindgren Zacharias
107105232391.455.6058,69 %5291
2.10Eric SaadeEvery Minute
M/T: Eric Saade, Linnea Deb, Joy Deb, Jimmy „Joker“ Thörnfeldt
485128101210691.471.3248,78 %49118
4.11DotterLittle Tot
M/T: Johanna „Dotter“ Jansson, Dino Medanhodzic
7124610783571.488.5998,89 %48105
9.12ArvingarnaTänker inte alls gå hem
M/T: Stefan Brunzell, Nanne Grönvall, Thomas G:son, Bobby Ljunggren
347822923.0225,51 %2244
(mehr …)

Serbien 2021: Sind wir nicht alle ein bischen Loco?

Hurricane haben sich mit ihrem neuen Song etwas von ihrem Trash-Image vom vergangenen Jahr abgesetzt. Von Nemanja Antonić stammt die Musik, Darko Dimitrov der Universalkomponist des Balkans (2008: Ninanajna, 2013: Pred da se razdeni, 2014: To The Sky, 2018: Lost And Found, 2019:Proud + Kruna, 2020: To The Sky) hat abgemischt. So wurde ihnen der Popsong Loco Loco auf den spärlich bekleideten Leib geschneidert. Eine von Ihnen, Sanja Vučić (ESC 2016, Goodbye (Shelter), Platz 18) sorgte für den Text. Die Klamotten wurden blickdichter und die Sängerinnen vermeintlich erwachsener. Man möchte in diesem Jahr anscheinend unbedingt ins Finale einziehen. Leider ging das gehörig schief. Denn der Song ist nicht viel besser als im vergangenen Jahr und das trashige bis hin zum billigem der Drei, auf das die Fans so abgefahren sind, fehlt gänzlich. Es ist nun kein Guilty Pleasure mehr den Song zu mögen. All das wird sich beim Contest eher zum Nachteil entwickeln.

Funfact am Rande: Hurricane stehen mit ihrem Popsong in ihrem Halbfinale in direkter Konkurrenz mit Senhit und Natalia Gordienko. Letztere hatte bereits 2006 zusammen mit Ex-O-Zone Mitglied Arsenium (Dragostea din tei) am Eurovsision Song Contest teilgenommen und den 20. Platz erreicht. Der Song hieß ebenfalls „Loco“!

Niederlande 2021: Gospel-Grusel aus Holland

Leider war es ja zu erwarten, dass nach dem Erfolg von John Lundvik 2019, irgendwann die Länder auf die Seuche Gospel aufspringen. Nicht falsch verstehen. Ich finde Gospel gut, wenn ich es im richtigen Kontext höre. Gospel gehört in die Kirche oder zu Sister Act, für mich hat es keine Daseinsberechtigung beim ESC. Aber in diesem Jahr ist alles anders. So findet man in vielen Wettbewerbsbeiträgen Gospelelemente (u.a. Nordmazedonien, Slowenien, …). Nur die Niederlande in Person von Jeangu Macrooy verstecken diese nicht in ihrem Song, sondern machen sich ein Fest daraus uns einen waschechten Gospeltitel zu präsentieren. Es wird sogar darauf verzichtet einen poppigen Klangteppich darüber zulegen wie es in Schweden der Fall war. Der Refrain, der immer nur aus der Phrase „Yu no man broko mi“ besteht kommt ganze 22 Mal in den Song vor. Beim ersten hören verstand ich nur „You don’t mind Brokkoli“. In einschlägigen Foren findet man auch „You don’t want Brokkoli“. Ein klassischer Fall für die Misheard Lyric Fans. Agathe Bauer!

Australien 2021: Rundumerneuerung bei Montaigne

Eine Generalüberholung gab es für Montaignes Look in diesme Jahr. Die blauen Haare wurden durch eine rot gefärbte Kurzhaarfrise ersetzt. Auch von den Clown- Klamotten ist nichts mehr übrig geblieben. Das musste einem komplett weißen eng geschnittenen Outfit weichen. Man hat das Gefühl, das man es mit einer ganz anderen Person zu tun bekommt. Der Song ist auch eine deutliche Verbesserung zu ihrem letzjährigen Don’t Break Me. An manchen Stellen hat man zwar das Gefühl bei den hohen Tönen platzen einem die Ohren aber alles in Allem bin ich mit dem Song sehr zufrieden. Trotz dieser kompletten Veränderung kann man trotzdem den für sie typischen Stil erkennen. Hut ab.

Bulgarien 2021: Völlig überbewertete Schnarch- und Quengelballade

Ich hätte ja nicht gedacht, dass der Song von Viktoria noch schlechter werden kann als im vergangenem Jahr. Ja ich weiß, mit dieser Meinung stand ich alleine auf weiter Flur, aber ich mochte den Song Tears getting Sober überhaupt nicht. In diesem Jahr wurde nicht nur ein Song direkt nominiert. Es wurde mehrere Songs als potentielle Beiträge veröffentlicht. Zufällig sind alle auf der aktuellen EP der Künstlerin vertreten. Das wurde, so behaupten böse Zungen, nur zum pushen der Hörerzahlen gemacht. Wie man weiß stürzen sich Eurovision Fans auf potentielle neue Songs wie auf den Käsekuchen von Muttern. Vermutlich stand aber von vornherein fest, welcher Song für den Contest bestimmt war. Zufällig wurde es dann der Lieblingssong von Victoria, Growing Up is Getting Old. Dieser Song ist für mich der schlimmste, den ich in meiner 10 jährigen Blogphase ertragen musste. Nicht unbedingt produktionstechnisch aber die immer noch ein Quentschen höher werdende Stimme der Sängerin, verursacht Ohrenbluten in sturzflutartigem Ausmaß. Kennt ihr das, wenn früher der Lehrer mit Kreide über die Tafel wischte? Das sind meine Gefühle bei dem Song nur hundert Mal schlimmer.

Die Scheinheiligkeit der EBU

Leider erleben wir gerade wieder ein politisches Drama rund um den ESC. Völlig zurecht droht die EBU Weißrussland ihren Song zu disqualifizieren falls sie den Text nicht ändern. Was war passiert? Der von den Belarusen nominierte Song mit dem Titel „Ya nauchu tebya!“ der Band Galasy ZMesta ist quasi eine Anleitung zur Linientreue für den letzten Diktator eines euröpäischen Landes Alexander Lukaschenko. Die Stellungnahme dazu ist wie folgt:

As part of the regular procedure for all songs submitted to compete in the Eurovision Song Contest (ESC), the EBU has carefully scrutinized the Belarusian song, Ya Nauchu Tebya (I’ll Teach You) by Galasy ZMesta to ensure it complies with the rules of the competition.

It was concluded that the song puts the non-political nature of the Contest in question.

In addition, recent reactions to the proposed entry risk bringing the reputation of the ESC into disrepute.

We’ve written to the broadcaster BTRC, which is responsible for Belarus’ entry for the Eurovision Song Contest, to inform them that the song, in its present form, is currently not eligible to compete.

Furthermore we’ve requested that they take all necessary steps to submit a modified version, or a new song, that is compliant with the ESC rules.

Failure to do so could result in disqualification from this year’s Contest.

Einen Song der so offensichtlich politisch ist, kann man natürlich in dem vermeintlich unpolitischen Eurovision Song Contest nur ablehnen, oder? Erinnern wir uns an 2016 als Jamala mit dem Song 1944, der von dem Vertreiben der Krimtartaren durch die Russen handelt, den Contest gewann. Ist dieser Song jetzt politischer als der andere? Damals wurde es unter dem Deckmantel der Aufarbeitung der Geschichte doch zugelassen. Aber macht sich die EBU durch dieses Handeln nicht selbst unglaubwürdig? Erinnern wir uns auch an 2009 und das großartige „We Don’t wanna put in“ das ebenfalls abgemahnt wurde, weil man was wohl beabsichtigt war, eher „We don’t wanna Putin“ heraushören konnte. Georgien änderte den Song nicht sondern zog kurzerhand die komplette Teilnahme in dem Jahr zurück.

Scheint es nicht so, dass es in der Sichtweise der EBU gute und schlechte Länder gibt? Zweifellos gab es 2016 sehr viel Mitgefühl für die Ukraine aufgrund der Situation auf der Krim. Wahrscheinlich hat man hier und bei Armenien 2015 (Face the Shadow) deshalb ein Auge zugedrückt. Meiner Meinung nach sollte mit allen Teilnehmern gleich verfahren werden. entweder pro oder contra Politisierung. So bekomme ich nur den Eindruck von Scheinheiligkeit seitens der EBU.

Ich möchte jetzt aber keineswegs Weißrussland in Schutz nehmen. Der Song gehört absolut nicht auf einen Eurovision song Contest. Ich möchte so etwas da nicht hören oder sehen. Ich will nur daran appellieren dass die EBU alle Länder gleich behandelt und nicht manche Gleicher.

Anstehende Veranstaltungen

Es gibt derzeit keine bevorstehenden Veranstaltungen.

LandInterpret(VE)Song
Albanien AlbanienAngela PeristeriKarma
Armenien Armenienzurückgezogenzurückgezogen
Aserbaidschan AserbaidschanSamira EfendiMata Hari
Australien AustralienMontaigneTechnicolor
Belgien BelgienHooverphonicThe Wrong Place
Bulgarien BulgarienViktoriaGrowing Up Is Getting Old
Dänemark DänemarkFyr og FlammeØve os på hinanden
Deutschland DeutschlandJendrik StigwartI Don’t feel Hate
Estland EstlandUku SuvisteThe Lucky One
Finnland FinnlandBlind ChanelDark Side
Frankreich FrankreichBarbara PraviVoilá
Georgien GeorgienTornike KipianiYou
Griechenland GriechenlandStefaniaLast Dance
Irland IrlandLesley RoyMaps
Island IslandDaði & Gagnamagnið10 Years
Israel IsraelEden AleneSet Me Free
Italien ItalienMåneskinZitti e buoni
Kroatien KroatienALBINATick Tock
Lettland LettlandSamanta TīnaThe Moon Is Rising
Litauen LitauenThe RoopDiscoteque
Malta MaltaDestinyJe Me Casse
Moldawien MoldawienNathalia GordienkoSugar
Niederlande NiederlandeJeangu MacrooyBirth of a New Age
Nordmazedonien NordmazedonienVasilHere I Stand
Norwegen NorwegenTIXFallen Angel
Österreich ÖsterreichVincent BuenoAmen
Polen PolenRafałThe Ride
Portugal PortugalThe Black MambaLove Is On My Side
Rumänien RumänienRoxenAmnesia
Russland RusslandManizhaRussian Woman
San Marino San MarinoSenhitAdrenalina
Schweden Schweden13.03.2021Melodifestivalen 2021
Schweiz SchweizGjon's TearsTout l'univers
Serbien SerbienHurricaneLoco Loco
Slowenien SlowenienAna SokličAmen
Spanien SpanienBlas CantóVoy a quedarme
Tschechien TschechienBenny CristoOmaga
Ukraine UkraineGo_ASHUM
Vereinigtes Konigreich Vereinigtes KönigreichJames NewmanEmbers
Weissrussland WeißrusslandGalasy ZMesta>Ya nauchu tebya (I'll Teach You)
Zypern ZypernElena TsagrinouEl Diablo
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