Melodifestivalen 2016 – Deltävling 1: Viel Standardware und eine Disqualifikation

Am Samstag warne alle sehr gespannt auf das 1. Halbfinale des Melodifestivalens, des schwedischen Vorentscheids. Ich muß vorraus schicken, dass ich des schwedischen nicht wirklich mächtig bin und so nur die Songs und die einzelnen Auftritte ansatzweise beurteilen kann. Was die Moderatorinnen, diesmal waren es Gina Dirawi, die bereits 2012 und 2013 das Mello moderierte und Petra Mede auch mit Mello- (2013) und ESC Moderationserfahrung (2009 + 2013). Letztere wird übrigens auch den diesjährigen ESC zusammen mit Vorjahressieger Måns Zelmerlöw moderieren.

Im Vorhinein wurde bereits bekannt gegeben, dass Anna Book, die mit dem Son Himmel för två antreten sollte, disqualifiziert wurde, weil der Song bereits auf englisch in der moldawischen Vorrunde 2014 eingereicht wurde, jedoch die Fernsehshows verpasste, weshalb die Komponisten davon ausgingen, den Beitrag noch einmal legal teilnehmen lassen zu können. Da der Song aber bereits seit damals auf youtube zu finden ist, hätte man durch einfaches googlen vielleicht absehen können dass das nichts wird.

Wie immer verhindert ITV die Veröffentlichung der Songs, die direkt ins Finale gewählt wurden. Was das in Endeffekt für einen Sinn hat sei jetzt mal dahingestellt. Natürlich ist es so dass Songs die früher veröffentlicht werden durch die lange Vorlaufzeit bis zum Finale größere Chancen haben dort besser abzuschneiden. Aber ob das wirklich mit Zahlen so belegt werden kann mag ich zu bezweifeln.

1. Samir & Viktor – Bada nakna
Ich kann jetzt nicht sagen dass die beiden die besten Stimmen in dem Halbfinale haben, ganz im Gegenteil, die Töne sind schief und durch die Akrobatik auf der Bühne schaffen sie es nur anhand der Backing Vocals bei ihrem Nackbadesong nicht unterzugehen. Überraschenderweise stört mich das nicht wirklich. Sie machen Party und das kommt auch so rüber. Da muß nicht jeder Ton oder überhaupt ein Ton sitzen. Die Melodie an sich gefällt mir sogar sehr gut und dass sie ab der mitte des Songs ihre Oberteile ausziehen, stört mich auch nicht wirklich. Schön anzuhören aber chancenlos für das Ticket für den ESC. Wenn man sich ihrem, etwas stärkeren, Titel aus dem letzten Jahr anhört (Groupie) kann man durchaus ein System erkennen.

2.Pernilla Andersson – Mitt guld
Pernilla war auch bereits 2011 mit dem Song Desperados in der Andra Chansen. Ihr diesjähriger Titel ist deutlich schwächer und hat quasi Null Mitsingpotential. Die nette Fahrstuhlmusik kann man sich gut im Auto anhören, jedoch nichts für meinen Geschmack und daher gab es für mich auch nur wenig Chancen ins Finale einzuziehen.

3. Mimi Werner – Ain’t No Good
Die erste Debütantin in diesem Jahr präsentiert sich mit einem ausgesprochen hörbaren und tanzbaren Song, der für mich klar einer der besten in diesem Halbfinale war. Leider fiel er bei den Televotern durch, was bei den Schweden eigentlich bei jedem Mello vorkommt. Allerdings kann der Song nicht wirklich darüber hinweg täuschen dass der Anspruch in diesem Halbfinale nicht sehr hoch war.

 

4. Albin & Mattias – Rik
Der Song von Mattias mit dem rapper Albin ging völlig an mir vorbei. Null Ohrwurmqualität und einfach nur belanglos. Für mich der deutlich schwächste Titel im gesamten, ausgedünnten Line-Up. Aber auch hier überraschten die schwedischen Televoter, als sie dieses Stück in die Andra Chansen wählten. Wir müssen den Song also noch einmal ertragen.

5. Robin Bengtsson – Constellation Prize
Am Besten in diesem Halbfinale gefiel mit der Song des zweiten Debütanten Robin Bengtsson, der mit Constellation Prize (Was bitte ist denn ein Constellation Prize?) am ehesten meinen Musikgeschmack getroffen hat. Der Song hätte zwar noch etwas Action gebrauchen können und das motivationslose Mundharmonika gespiele hat noch durchaus Optimierungspotenzial. Aber für mich ist der Song, der sich dann auch direkt ins Finale qualifizierte sehr hörbar und wird es sicherlich in meine Dauerplaylist schaffen.

6. Ace Wilder – Don’t worry
Der Song van Ace hat mich leider überhaupt nicht vom Hocker gerissen. Er war sicherlich modern arrangiert aber auch die Bühnen-Effekte mit den großen Kubussen mit Tänzern und Projektionen konnte mich nicht restlos davon überzeugen. Hier fand ich Busy doin‘ nothing aber um Längen besser. Trotzdem hat sie sich direkt für das finale qualifiziert. Allerdings ist für mich ein ähnlich gutes Abschneiden wie vor zwei Jahren praktisch ausgeschlossen.

Als Zugabe bekamen wir dann den disqualifizierten Titel von Anna nochmal performt. Viele haben bereits geschrieben, dass er ihnen sehr gut bzw. am Besten des gesamten Abends gefallen hat aber ich kann dem leider nicht zustimmen. Er ist ganz nett anzuhören aber für mich etwas sehr altbacken und gefühlt schon 100 Mal gehört. Gut jetzt bin ich sicherlich nicht der Maßstab aber meins war der Song nicht. Aber macht euch selbst ein Bild.

 

Ergebnis:

Finale:
Ace wilder
Robin Bengtsson

Andra Chancen:
Samir & Viktor
Albin & Mattias

Raus:
Pernilla Andersson
Mimi Werner

Disqualifiziert:
Anna Book

Die Reihenfolge des Ergebnisses war für mich dann nicht wirklich eine Überraschung. Gut ich hätte jetzt Albin und Mattias ausscheiden lassen und  dafür Mimi werner ins Andra Chancen gewählt aber so geht das irgendwie schon in Ordnung.

,
Vorheriger Beitrag
Weißrussland: Popsong mit schwacher Stimme
Nächster Beitrag
Spanien: Immer anders als die Anderen

Ähnliche Beiträge

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Bitte füllen Sie dieses Feld aus.
Bitte füllen Sie dieses Feld aus.
Bitte gib eine gültige E-Mail-Adresse ein.

Translate »

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Close