The Good, the Bad and the Ugly – die ersten Proben des 2. Semis 2019

Proben am Montag, den 07.05.2019

Bei Srbuk fällt vor allem die starke Stimme auf. Die Bühne allerdings versucht sie alleine zu rocken. Für mich ist das bei so einem kraftvollen Lied eher zu wenig. Leider hat man bei Aremien so ein bischen das Gefühlt dass sie für das Musikvideo alles geben und dann beim Contest ein bischen sparen müssen. Die Performance von Artsvik hätte unbedingt aus dem Musikvideo übernommen werden müssen und auch hier hätte man gut daran getan, sich davon inspirieren zu lassen. Auch hie ist das diesjährige Favorit der Schaftstiefel. Ich glaube sie ist einfach zu früh dran in diesem Halbfinale um bis zum Ende in Erinnerung zu bleiben.

Auch für Sarah ist die früher Startnummer ein Problem. Der Song ist einfach nicht stark genug um in diesem Feld bestehen zu können. Gesanglich ist das auch noch nicht das Gelbe vom Ei. Die Retroperformance, inspiriert von Roy Lichtenstein, die einen direkt in die 60er katapultieren soll wirkt etwas mächtig für die übersichtliche Bühnenperformance. Das wirkt alles nicht so stimmig auf der großen Bühne, wie es wohl geplant war. Mal schauen wie das durch die Kamerafahrten entzerrt wird.

Moldawien, ihr wollt uns wohl verarschen? Der Song ist unterste Kanone und ich habe schon bei meiner Bewertung für ihn geschrieben, dass er gut vor zehn Jahren auf die Bühne gepasst hätte. Dass sie jetzt aber auch noch die Performance der Ukraine 2011 quasi 1:1 übernehmen, setzt dem ganzen doch die Krone auf, oder? Sogar die gleiche Sandkünstlerin die Mika 2011 mitbrachte, Kseniya Symonova, ist wieder mit von der Partie. Vermutlich hatte Moldawien nach den zwei guten Platzierungen die Hosen voll und wollen den Contest auf keinen Fall ausrichten. Anders kann ich mir das nicht erklären.

Luca hat sich tänzerisch deutlich zurückgenommen und das muss er auch machen um den Song einigermaßen gut auf die Bühne zu bringen. Wie oft haben wir es schon erlebt, dass die Vocals durch zu heftige Tanzbewegungen einfach zu schlecht wurden. Hier muß er unbedingt, im wahrsten Sinne des Wortes, die Füße still halten. Er kann tanzen, er will tanzen aber er sollte es lieber seinen Backgroundtänzern überlassen, dann bin ich zuversichtlich dass es mit dem Finaleinzug klappt. Das Disaster um DJ Bobo wollen die Eidgenossen bestimmt kein zweites Mal erleben. Dieser war 2007 sogar noch höher von den Buchmachern eingeschätzt worden und konnte durch seinen unterirdischen Gesang mit Platz 20 im Halbfinale das Finale nicht erreichen. Obacht!

Ich bin immer noch entsetzt dass die lettische Jury diesen drögen Song Markus Riva vorgezogen hat, aber wir werden wohl damit leben müssen. Carousel haben an ihrem Auftritt im Vergleich zur Supernova auch nicht wirklich etwas geändert und der Song plätschert immer noch so langweilig vor sich hin wie eh und je. ach wie war das noch so schön als Lettland innovative Songs zum Contest geschickt hatten.

Was ich von dem Bühnenbild von Ester halten soll weiß ich nicht so recht. „Ich verbrenne mich an einem Sonntag an heißen Tänzern?“ Oder versucht sie mit dem Meterhohen Flammen auf der LED-Wand mehr Wirkung zu erzielen als es der eher durchschnittliche bis nervige Song zu leisten mag? Der Gesang ist auf jeden Fall top. Ob das fürs Finale reichen wird muß man aber erst noch sehen.

Leonora hat seit dem Dansk Melodi Grand Prix an ihrem Auftritt nicht wirklich was verändert. Die große LED-Wan bietet im Stil von Loin d’ici schöne bunte Bildchen, die den süßen Song unterstützen. Da hier beim ESC alles etwas größer ist als beim Vorentscheid wurde die Anzahl der Mitsitzer verdoppelt.

Auch John hat am Erfolgsrezept vom Melodifestivalen festgehalten. Er singt zusammen mit seinen Diven, die im Gegensatz zum Vorentscheid nicht mehr komplett in Schwarz gekleidet sind. Manchmal sind leichte Veränderungen die wirksamsten. Aber so richtig zu berichten gibt es darüber nichts. Der Gesang war top und ist auch hier top.

Bei PÆNDA gibt es eigentlich auch nichts zu berichten. Die kraftvolle Stimme, die bei diesem kraftvollen Song meine größte Sorge war, ist fast so wie aus dem Studio – erstaunlich! Das täuscht natürlich nicht darüber weg, dass der Song sehr schwere Kost ist. Falls noch ein Platz frei ist, darf sie gerne ins Finale einziehen. Es würde mich für unsere Nachbarn freuen.

Proben am Dienstag, den 08.05.2019

Das (B)engelchen bringt zwei Putten mit oder wie soll man das interpretieren? Wie aus einem Pierre et Gilles Bild entsprungenes Bühnenbild präsentiert sich Roko und zielt damit natürlich voll auf die schwule Zielgruppe ab. Dass das nicht immer hilft konnte man gut, ich wiederhole mich, bei Ryan Dolan beobachten. Auch wenn ich den Song von Beginn an hasste, konnte ich mir ihn mittlerweile zumindest etwas schön hören. Ich finde ja Engelsflügel sehen immer unrealistisch aus und wenn dann auch noch damit getanzt wird, wirken sie nur als Fremdkörper.

Das Bühnenbild von Michaela gefällt mir so gar nicht. Es wirkt etwas als ob sich jemand am Word Clipart Baukasten bedient hätte. Auch die Klamotten, die die Sängerin und ihre Michael Jackson-Thriller-Gedächtnis-Tänzer tragen lassen das ganze zu pastellig wirken. Man hat nicht das Gefühlt dass jemand daran gearbeitet hat, der sich mit Design auskennt. Das wirkt furchtbar billig. Ich bin auf die zweite Probe gespannt, bei der man mehr zu sehen bekommt. vielleicht ist es nur ein ungünstiger Ausschnitt aus der Probe.

Der Auftritt von Jurij wirkt sehr blutleer und ganz und gar nicht als ob er mit den Löwen rennen will. Hier sollte sich wirklich noch etwas verändern. So kann er den Einzug ins Finale sicher vergessen.

8x feuchter Sergej in weißen Klamotten unter der Dusche? Ich könnte mir Schlimmeres vorstellen.  Der Song ist kraftvoll und er könnte nackt auf der Bühne stehen und würde sich qualifizieren. Verdammt, ungünstig ausgedrückt 😉 Das Bühnenbild ist weit weg von der Effekthascherei bei seinem Auftritt vor 3 Jahren aber ich finde den Song deutlich schwächer. Mal schauen was am Ende so hängenbleibt, vermutlich nichts. Gesanglich hat er sich in den letzten Jahren deutlich verbessert und ich hätte ihm im Voraus nicht zugetraut so eine Powerballade in wirklich guter Qualität auf der Bühne rüberzubringen – Respekt.

Hach Jonida, ich liebe diesen Song einfach. Dummerweise mochte ich ihn im Dezember nicht wirklich und wenn viele Zuschauer das kommende Woche auch so sehen, dann wird es eng mit dem Finale. Die albanische mode Influencerin zeigt wieder einmal ihren Hang zu außergewöhnlichen Outfits. dieses gefällt mir aber deutlich besser als noch im Vorentscheid. Ich hätte mir aber mehr Bühnenbild gewünscht. Ihr Video war doch ganz gut, warum hat man sich hier nicht davon inspirieren lassen?

Was hat den Duncan da nur geritten, sich an einen Flügel zu setzen? Nein, nein nein! Total unpassend! Er muß unbedingt frei stehen und singen in der art wie es Sanna Nielsen mit Undo getan hat. Stehen, Spot auf Ihn der Heller und Dunkler wird und fertig. So kann er doch seine Stärken überhaupt nicht ausspielen. Das macht mich fast schon fassungslos. Ich hoffe sehr dass da noch was passiert sonst kann er mit dem Auftritt nicht mein Favorit bleiben.

Bei KEiino dachte ich nach dem Musikvideo wirklich dass es was wird, aber der Bühnenauftritt ist wieder Manhatten Transfer. Sie singen von Northern Lights aber bei dem Ausschnitt sieht man nichts grün gefärbtes. Es ist einfach völlig unstimmig. Auch muß der Gesang von Fred deutlich stärker hervorgehoben werden, damit der Joik auch ordentlich wirkt. Auch hier hoffe ich dass es noch ein bischen verändert wird.

Chingiz liegt ja schon lange auf Platz zwei in meiner diesjährigen Favoritenliste. Der auftritt mit den beiden Roboterarmen ist interessant aber was er damit ausdrücken will ist mir etwas schleierhaft. Gesanglich hört man hier im moment nur den Falsett Teil den er für meinen Geschmack etwas zu hoch singt. Aber gut, hier bin ich sehr auf die zweite Probe gespannt. Er ist auf jeden Fall das absolute Eye-Candy und ich bin froh dass er keine ablenkenden Tänzer an seiner Seite hat 😉 Ein würdiger Abschluss für das zweite Semi und an einer Finalqualifikation brauchen wir gar nicht zu zweifeln.

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