Die Fünf von Unser Song 2017

Nachdem aus den über 2000 Videos mitsamt Interpreten bereits kräftig ausgesiebt wurde, blieben bereits 33 übrig, die mit Bürger Lars Dietrich ein sogenanntes Speed Dating über sich ergehen lassen mussten. Nun sind diese auf die entgültige Zahl von 5 weiter reduziert worden – 5 mutige, unschuldige Recken, die sich dem Monster Eurovision Song Contest entgegenstellen und darauf warten beim deutschen Vorentscheid Unser Song 2017 das Publikum zu überzeugen um schließlich nach Kiew zu fahren.

1. Axel Feige
Der 1988 in Hamburg geborene Axel Feige ist der Spezialist für Blues, Alternative und Progressive Rock in der 5er Riege. Er spielt aktuell in den Bands Diazpora und Absolem Max. Die bisherigen Songs die ich mir anhören konnte überzeugen mich jetzt nicht wirklich. Das ist so alles ohne Ecken und Kanten und genau das wollte ja der NDR in diesem Jahr vermeiden. Sehr schöne Fahrstuhlmusik für kleinere Locations aber nix für die ESC Bühne. Aber das ist ja bei unserem Vorentscheid die letzten Jahre eher Standard als Ausnahme gewesen.

Hier ein kleines Repertoirebeispiel aus dem Grünen Jäger in Hamburg und das Speeddating Video.

2. Felicia Lu Kürbiß
Eine weitaus bessere Wahl wäre die 21 jährige Felicia Lu, die mich mit ihrer Stimme sehr überrascht. Ihre Coverversion von The Weeknd und Daft Punk ist für eine Amateuraufnahme ganz gut gelungen und lässt hoffen. Allerdings konnten mich bisher die wenigsten Youtuber, oder ich will sie mal nicht-professionelle Sänger nennen, im Vorfeld überzeugen. Ich bin sehr gespannt wie sie sich auf der größen Bühne gibt. Hier gibt es nur eine Chance den Song perfekt zu singen um das Publikum zu überzeugen. Man kann nicht einfach das Video gegen ein besseres austauschen.

Auch hier ein Repertoirebeispiel von ihrem Youtube Kanal und das vom Speeddating.

3. Helene Nissen

Bedauerlicherweise sehe ich hier auch wieder eine typische Clubkonzert Performerin der letzten Jahre. Ja die Stimme ist gut, ja das hört sich alles gut an aber verdammt wir sind beim Eurovision Song Contest und nicht beim Rhythm and Blues Open Air. Ich frage mich warum man jemand aussucht, der in dem gewissen Genre gut ist, das man aber im Vorfeld ausdrücklich ausschließt? Will man diejenige dann zwingen ein Elektropopsong zu singen? Wie sollte das denn funktionieren? Ist und bleibt mir ein Rätsel, aber vielleicht werde ich ja beim Vorentscheid darüber aufgeklärt.

Von ihrem Youtube Kanal gibts das hörenswerte aber ESC-untaugliche Hours und das Speeddating Video.

4. Levina – Isabella Lueen

Levina ist eher die professioneller version der bisher vorgestellten Mädels. Aber so recht will bei mir auch hier der funke nicht überspringen. Das ist mir alles zu langweilig. Klar kann sie bei langsameren Songs mit einer größeren Stimmbreite auftrumpfen aber es hat schon seinen Grund warum man es mit dieser Musik schwer hat groß rauszukommen. Es ist einfach alles zu austauschbar. Leute schaut euch doch mal an was in den Charts ist, das wird schon seinen Grund haben. Auch hier will jemand den ESC als Sprungbrett nutzen. Aber das ging bereits in den letzten 3 Jahren schief.

Hier der Song How to Dance (aber man kann doch gar nicht drauf tanzen?!) und das Speeddating Video.

5. Sadi – Wilhelm Richter

Nach den vielen Frauen in den letzten Jahren wäre es doch mal wieder schön einen Mann zum Eurovision Song contest zu schicken. SADI scheint mir dafür der richtige zu sein. Er zeigt eine ziemlich breite Vielfalt an Songs, allerdings muß ich hier erstmal den Song hören für den er sich im Vorentscheid entscheidet.

Wie ich mittlerweile zu meinem Entsetzen gelesen habe, wird es nur zwei Songs zur Auswahl geben, von denen sich alle 5 Künstler jeweils einen aussuchen können. Na toll! Eine Auswahl kann man das wohl nicht nennen. Wie sollen wir denn hier 4(!) Wertungsrunden überstehen? Das ist mir ein absolutes Rätsel. Und was ist wenn sich alle den gleichen Song aussuchen? Hören wir dann den ganzen Abend nur einen Song in verschiedenen Varianten? Mir ging das ja schon damals bei Lena auf den Keks die Songs doppelt zu hören, und das war nur Satelite.

Edit: Nun gut da war ich wieder mal zu vorschnell. Folgender Ablauf wurde jetzt bekannt: In der ersten Runde werden Coversongs gesungen, danach die „richtigen“ Songs. Also müssen wir nicht die Songs über alle Wertungsrunden hören sondern nur bei dreien. Nach 4 Wertungsrunden haben wir dann die finale Kombination Sänger/Sängerin und Song gefunden. Genauere Infos werden wohl in den nächsten Tagen bekannt gegeben. Na das verspricht ja spannend zu werden. Ich bin nicht überzeugt von diesem Modus und es ist mir ein Rätsel warum man nicht wieder auf mehrere Semis setzt bei denen Interpreten mit unterschiedlichen Songs teilnehmen und man die Gewinner dann im Finale gegeneinander antreten lässt. Das müssen ja jeweils keine Mammutshows sein aber ein bischen Abwechslung wäre sicher nicht verkehrt.

Vielleicht sollte ich mal etwas positiver denken und mich auf den Vorentscheid freuen, aber das fällt mir mit jeder weiteren Info darüber äußerst schwer. Was mir auch immer schwerer fällt zu verstehen, ist die Verjüngung beim ESC. Gibt es denn keine gestandenen Musiker die sich dafür interessieren, sondern nur Amateurmusiker, die am Anfang ihrer Karriere stehen und aus das große Sprungbrett hoffen? Und sind sie sich sicher das zu wollen, denn wie wir ja wissen kann das gewaltig nach hinten losgehen.

Nein ich will jetzt nicht unbedingt Helene Fischer auf dem ESC sehen. Aber jemand wie Andreas Bourani oder Mark Foster würde sich doch bestimmt gut schlagen, oder?

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