Sanremo 2019 – Liveperformance ausbaufähig!

Am vergangenen Samstag ging das Sanremo Festival, das bereits seit 1995 an 5 Abenden ausgetragen wird, zu Ende. Ich habe mir den Vorentscheid ehrlich gesagt erspart. Es dauert mir einfach zu lange an 5 Abenden in Folge die quasi gleichen Songs zu hören. Und genau das ist meiner Meinung auch das Problem des Festivals: man hat genug Zeit sich die Songs „schön“ zu hören. Das beste Beispiel haben wir in diesem Jahr. Ja, Mahmood hat einen tollen Song und er wird sicher einen guten oder zumindest relativ guten Platz erreichen. Ein Favorit, der den Eurovision Song Contest gewinnen könnte, sehe ich hier nicht zumal die Live Performance arg zu wünschen läßt. Allerdings ist er hier in guter Gesellschaft, denn auch Frankreich und Spanien liefern derzeit keine Gesangstalente sondern setzen auf Story und Party. Ich kann mich täuschen aber schauen wir uns mal die vergangenen Gewinner an: Meta/Moro waren ein sehr Gesangsstarkes Duo bei dem sowohl die Einzelstimmen als auch die Harmonien einfach passten, Francesco Gabbani erzeugte mit seinem Auftritt und seiner rauchigen Stimme einen sehr großen Wiedererkennungswert, über Il Volo brauchen wir nicht zu sprechen, und Mahmood? Was kann er uns bieten?

Die Favoriten im Vorhinein waren ganz klar Il Volo und Ultimo. Wenn man sich nun die Tabelle des ersten Abends anschaut, kann man gut erkennen dass die demoskopische Jury, bei der 300 zufälligen Fernsehzuschauer ausgewählt wurden ihn lediglich auf Platz 19 gesetzt hatte. Die Televoter sahen hin sogar nur auf Platz 21! Hier ist schon einmal klar, dass der erste Eindruck ziemlich in die Hose gegangen ist. Wird das beim ESC nicht genauso sein? Italien ist schließlich eins der Big 5 Länder und darf nur einmal ran. Selbst wenn die Zuschauer den Song vorher schon einmal gehört hatten, sehen wir uns mal den zweiten Abend an: Platz 7 bei den Televotern und Platz 8 bei der Jury von 12 Teilnehmern! Auch am 4. Abend sahen ihn die Zuschauer nur auf Platz 12 von wiederum 24. Gerettet und hochhehievt wurde er hier auch nur, weil die Ehrenjury die demoskopische Jury ersetzte. Das setzte sich dann am 5. Abend for – mit dem 7. Platz von den Televotern. Um den letzten Zweifler zu überzeugen, beim Superfinale wurde er von den Televotern auf den 3. Platz von drei Teilnehmern gesetzt.

Was mich etwas wundert ist, dass er bei der Jury so gut ankam. Eigentlich ist es doch ein KO-Kriterium, wenn der Sänger nicht optimal seinen Song performt, oder? Warum wurde er so hoch bewertet? Bemerkenswert! Hier sieht man ganz deutlich die Kraft der Jury bei Sanremo. Der Zuschauer dient nur als Alibi, hat aber nicht wirklich viel zu entscheiden. Im Gesamtergebnis liest sich das schon viel besser: 1. abend Platz 8, 2. + 3. Abend zusammengenommen Platz 8, 4. Abend Platz 3, 5. Abend Platz 1 und im Gesamtergebnis Platz 3. Das Superfinale gewann er dann gegen Il Volo und Ultimo. Sehen so Sieger aus?

Nun die Fakten sprechen eine deutliche Sprache gegen ihn aber wie ist denn überhaupt der Song? Mir gefällt er ausgesprochen gut. Die Stimmfarbe ist ungewöhnlich und dieses Nachziehen der Strophen gibt mir einen großen Wiedererkennungswert. Meine Stimme hat er aber ich muß natürlich gestehen dass ich mir den Song erst im Nachhinein so richtig angehört habe. Er wird tatsächlich besser, je öfter man ihn hört, aber hat das abstimmende Publikum Zeit den Song öfter zu hören?

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